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Reise vom Rokoko in die Romantik

Komponisten-Porträtkonzerte mit Werken von Mozart, Brahms und Schubert hat der Geiger Renaud Capucon als Exklusivkünstler des Konzerthauses schon gegeben. Am Montag widmete sich der 31-Jährige Beethoven.

Innerlich scheint der Franzose beim Spielen immer auf der Lauer zu liegen, auf Momente zu warten, in denen er das Publikum überraschen kann. Es war der bislang eindrucksvollste Abend des Franzosen. Begleitet wurde er von seinem Landsmann Frank Braley. Der 39-Jährige ist ein wacher und inspirierender Kammermusikpartner, ein prämierter Solist.

Drei der zehn charakterlich unterschiedlichen Beethoven-Sonaten, die zeitlich nah beieinander liegen, hatte das Duo ausgewählt. Es war eine Reise vom Rokoko, das die 1. Sonate noch umgibt, in die Romantik, zu der die 7. Sonate die Türen aufstößt. Mit energischem Strich, impulsiv und temperamentvoll ging Capucon die 1. Sonate an und machte aus dem Variationensatz ein Klangdrama.

Der Franzose spielt eine Guarneri aus dem Jahr 1721, die zuvor Isaac Stern gehörte und die den Instrumenten der Beethoven-Zeit noch entsprach. Die Weiterentwicklung zum Konzertanten stellte Capucon im dritten Werk der Gattung virtuos heraus.

Klang- und Gefühlswelten lagen zwischen den beiden frühen Sonaten aus dem Jahr 1797 und dem c-Moll-Werk (Nr. 7). Tiefe Reife und viel Gefühl gab Capucon den dicht miteinander verwobenen Dialogen mit dem Klavier. Und riss das Publikum auch mit seiner Kraft und Klangfantasie zu Ovationen hin. Die Lücke zwischen den Sonaten 1,3 und 7 schloss das Duo mit der Zugabe, dem langsamen Satz aus der "Frühlingssonate". JG

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