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Reinen Tisch machen

Münster Die Folgen exzessiven Heroinkonsums sind erschreckend. Der seit Jahren drogenabhängige 31-Jährige, der sich vor dem Schöffengericht verantworten musste, ist ein eindringliches Beispiel.

Angeklagt wegen unerlaubten Handels mit Heroin, wollte er jetzt reinen Tisch machen. Mit stockender, flüsternder Stimme legte er das Geständnis ab, Antworten auf Fragen wirkten wie geistesabwesend: Erschütterndes Bild eines an Körper und Geist gebrochenen Menschen. Das Urteil entsprach dem Antrag des Oberstaatsanwalts: Zwei Jahre und drei Monate Haft. Der Angeklagte nahm es ohne jede Gemütsbewegung zur Kenntnis.

In Untersuchungshaft wurde er mit Methadon behandelt. «Es war schwer», gestand er. Eine Fortsetzung der Entzugsmaßnahme wollte er nicht. Doch nun soll alles anders werden. Der 31-Jährige will eine stationäre Therapie. Kontakte zur Drogenberatung wurden bereits aufgenommen.

Die verhängnisvolle Drogensucht begann, als er nach der Übersiedlung mit seiner Familie aus Kasachstan in die Bundesrepublik keinen festen Arbeitsplatz fand. «Freunde haben mich dann zum Drogenkonsum verführt», bekannte er.

Geständnis und Therapiebereitschaft brachten ihm vor Gericht eine positive Bewertung ein. Nicht aber den «Rabatt» im Hinblick auf das Strafmaß. «Angesichts der einschlägigen Vorstrafen ist das nicht möglich», machte ihm die vorsitzende Richterin klar. uh

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