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Rein fiktiv: Umzug nach Berlin würde Klinikum retten

Ein Umzugswagen vor dem Klinikum Mitte und jede Menge Kisten davor. Was ist da los?

Die Gewerkschaft verdi erreichte mit ihrer Aktion gestern an der Beurhausstraße exakt das, was sie beabsichtigte: Aufmerksamkeit. «Berlin, Berlin - wir ziehen um nach Berlin», stand auf dem Transparent des Lastwagens. Denn in der Hauptstadt geht's Krankenhäusern besser. Hätte Nordrhein-Westfalen den gleichen Landesbasisfallwert wie Berlin, schriebe das Klinikum schwarze Zahlen und könnte die Sektkorken knallen lassen.

Landesbasisfallwert? Viele Patienten fragten danach. Auch Mitarbeiter von Dortmunds Krankenhaus-Giganten. Oliver Kolberg und seine Mitstreiter von verdi wurden nicht müde, ihnen die komplizierte Finanzierung zu erklären. Mal ganz einfach ausgedrückt: Derzeit hat jedes Bundesland einen anderen Basisfallwert, der als ein feststehender Betrag im Punktesystem für jedes Krankheitsbild gezahlt wird. Das sind (bei einem Punkt!) in NRW 2 687,99 Euro, in Berlin aber 2 930 Euro - 242,01 Unterschied. Bei schweren Erkrankungen und 5000 Punkten macht der Unterschied pro Patient schon 1 210,05 Euro aus (13 439,95 Euro in NRW, 14 650,00 Euro in Berlin). Die verdi-Vertrauensleute am Klinikum fordern von des Politik gleiche Finanzierungsgrundlagen für gleiche Leistungen - bundesweit.

Nordrhein-Westfalen hätte aufgrund der vielen konfessionellen Häuser einen so schlechten Wert, beklagt Kolberg: «Die Kirche hat keinen Tarifvertrag wie wir, sie macht ganz schnell Notlagentarifverträge. Die konfessionellen Häuser ziehen also den Basiswert runter.» Apropos Notlagentarifvertrag. Kolberg versichert, grundsätzlich zeige sich verdi gesprächsbereit. Eine Mindestforderung in diesem Fall wäre aber die Beschäftigungsgarantie. «Außerdem wollen wir konkrete Perspektiven, wohin sich das Klinikum entwickeln wird.» Zuvor würde verdi den Jahresabschluss von einem Gutachter prüfen lassen. bö

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