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Quantensprung mit Hochleistungsbeton

Wenn Alpine-Projektleiter Holger Mosebach erst einmal das Wort Beton in den Mund nimmt, dann ist er kaum zu bremsen. Die für den Laien eher unscheinbare graue Masse bringt ihn förmlich ins Schwärmen. «Im Bereich der Beton-Technologie haben wir neue Maßstäbe gesetzt», sagt der Baustoff-Ingenieur. Dass sei schon bei Wiemer & Trachte so gewesen, und bei Alpine wird Mosebach sogar ein eignes Kompetenz-Center für Baustoff- und Beton-Technologie leiten.

25 000 Kubikmeter Beton werden in den beiden Kühltürmen verbaut. Nicht irgendein Gemisch, Hochleistungsbeton. Und da haben die Tüftler um Holger Mosebach etwas ganz Besonderes zusammengemixt. Einen Beton, der säureresistent ist. Denn das Problem beim Kühlturmbau war, dass man erst den Kühlturm hochzog und ihn anschließend von innen beschichten musste. Denn durch den Kontakt der Nebelschwaden mit den Abgasen des leicht sauren Kühlturmkondensats findet ein tückischer Angriff statt, der den Beton zusammen mit dem Chloriden im Kondensat schädigt. Doch der Alpine-Beton soll standhaft bleiben.

Dadurch verkürzt sich die Kühlturm-Bauzeit etwa um ein halbes Jahr, und auch die Neubeschichtung nach zehn bis zwölf Jahren entfällt. Das freut die RWE Power AG, die ihr Kraftwerk nicht für ein halbes Jahr abschalten muss. «Mittelfristig kann sich der Kunde zwei bis drei Beschichtungen sparen», so Mosebach. Und für mögliche neue Aufträge - Alpine spekuliert auf die Kraftwerke in Hamm und Ensdorf im Saarland - ist bereits ein noch besserer Beton konzipiert worden.

Mosebach reibt sich die Hände: «Hochtief oder Strabag fürchten uns. Wir haben da einen Vorsprung von zwei bis vier Jahren.» Sand, Kies, Feinstflugasche und Microsilica aus Kanada sind nur einige der Ingredienzien, aus denen der Wunderbeton besteht. Computergesteuert wird die genau richtige Mischung angesetzt. Durch eine Abstimmung der Korngrößenverteilung im Feinstbereich wird eine extrem hohe Dichtigkeit erreicht. Die Säureattacken haben so keine Chance. «Das ist ein richtiger Quantensprung beim Beton», strahlt Mosebach. Zwei Jahre Forschung, die sich gelohnt haben. kiwi

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