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Premiere für Sehnsuchtsstück

Für Xin Peng Wang ist "Romeo und Julia" ein Sehnsuchtsstück. "Schon immer", so der Ballettdirektor, wollte er die Geschichte auf die Tanzbühne bringen. Und der musikalische Leiter Ralf Lange sagt: "Wegen dieser Musik bin ich überhaupt Dirigent geworden."

Es ist also eine Herzenssache, die da am Samstag mit der live von den Philharmonikern aufgeführten berühmten Musik von Sergej Prokofjew Premiere hat. Eines wollte Xin Peng Wang jedoch nicht: Die von anderen Choreografen bereits prächtig illustrierte Geschichte neu bebildern. Stattdessen las man gemeinsam Shakespeares Vorlage wieder und wieder, sowohl im englischen Original wie auch auf deutsch, betrachtete jede einzelne Szene und legte den Kern frei. Übrig blieben Grund-Themen, Emotionen, welche die Compagnie in einem ort- und zeitlosen Zusammenhang erzählt: die Entstehung der Sehnsucht, die Erziehung des Herzens, die Flucht in den Tod, so sind die drei Akte der Inszenierung überschrieben.

Schon die Bühne und die Kostüme des Parisers Jérôme Kaplan sind zeitlos schlicht. Neben Romeo (Adrian Robos /Zweitbesetzung Mark Radjapov) und Julia (Monika Fotescu-Uta / Khrystina Polyanska) gibt es neben dem Ensemble nur eine weitere Figur: das Gesetz (Ivica Novakovic/Philippe Kratz). Das Gesetz steht für die Regeln, unter denen die Gesellschaft liebt und lebt, denen sie sich unterwerfen muss.

"Im Großen und Ganzen ist die Chronologie der Musik erhalten geblieben, die markanten Eckpunkte stimmen", sagt Dirigent Ralf Lange. Ansonsten wurde Prokofjews Vier-Stunden-Musik nicht nur stark gekürzt (das Stück dauert 90 Minuten), sondern auch umgestellt.

Stilistisch wird "Romeo und Julia" ein wenig an Xin Peng Wangs neoklassische "Hommage an Bach" erinnern, sagt sein Assistent Tobias Ehinger: natürliche und simple Bewegungen, die oftmals an die Figuren des klassischen Balletts erinnern, gemixt mit einer intuitiv-emotionalen Körpersprache. pin

Noch Restkarten für die Premiere am 27.10., 19.30 Uhr. Weitere Termine: 2., 11., 23., 29.11.

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