Pralinen versüßen den Abschied

Erschöpft aber glücklich stand Arthur Fagen am späten Abend im Konzerthaus-Foyer, plauderte mit den Gästen seines Abschiedsempfangs. «Mit viel Wehmut», wie der scheidende Generalmusikdirektor (GMD) zugab.

Nicht zuletzt, weil er einen besonders bewegenden Abschied erlebt hatte: Mit stehenden Ovationen an allen drei Abenden feierten die Konzerthaus-Besucher Fagen und die Dortmunder Philharmoniker nach Beethovens Neunter. Am letzten Abend gab es dazu noch reichlich Geschenke und Lobeshymnen für den GMD, der die Philharmoniker fünf Jahre lang geleitet und in dieser Zeit die Konzerthaus-Eröffnung mitgestaltet hatte.

Daran erinnerte auch Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, der Fagen nach dem Konzert auf der Bühne dankte. «Es waren fünf wichtige Jahre für das musikalische Leben in unserer Stadt», stellte er fest. Arthur Fagen habe es mit «Brillanz» geschafft, das städtische Orchester im neuen Konzerthaus zu etablieren. «Dass die Philharmoniker hier inzwischen zu Hause sind, ist auch sein Werk», so der OB, der Fagen im Überschwang bescheinigte, dass Orchester «mit zur Weltspitze geführt» zu haben. Im Blick hatte er dabei die erfolgreichen Konzertreisen u.a. nach Brüssel, Salzburg und durch China, die die Philharmoniker mit Fagen unternommen hatten.

Die sind auch dem Orchester selbst besonders gut und gern in Erinnerung, wie die Abschiedsgeschenke der Musiker für ihren GMD zeigten. Neben allen CD-Aufnahmen aus der 120-jährigen Geschichte des Klangkörpers und einem Buch mit seltenen Musiker-Handschriften überreichte Orchestervorstand Markus Beul Fagen Belgische Pralinen, Salzburger Mozartkugeln und ein Album mit Bildern von der China-Reise.

Nicht nur deshalb wird das Dortmunder Orchester dem Dirigenten gut in Erinnerung bleiben. Er werde den Weg der Philharmoniker weiter mit Interesse verfolgen, versprach Fagen beim Abschiedsempfang. Der gebürtige New Yorker, der nun mit der Familie in seine Heimatstadt zurückkehrt, arbeitet künftig als freier Dirigent, reist als nächstes nach Singapur und Atlanta. Schon im Dezember steht er als Gastdirigent dann auch wieder am Pult seines alten Orchesters im Dortmunder Konzerthaus. Es gibt also ein baldiges Wiedersehen. Oliver Volmerich