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Anti-Nazi-Demonstration für Europa

Polizei soll Nazi-Route nennen

Dortmund Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus hält Neonazis und Rechtspopulisten die Vielfalt Europas entgegen und protestiert am 14. April gegen einen fremdenfeindlichen Aufmarsch. Die Veranstalter rechnen mit vielen jungen Demonstranten, die für Frieden und Freiheit einstehen. Ein Appell richtet sich an die Polizei.

Polizei soll Nazi-Route nennen

Der Arbeitskreis ruft zur Teilnahme an der Demonstration für Frieden und Freiheit in Europa auf. Foto: Peter Bandermann

Rechtsextremisten rufen seit Monaten im Internet und mit Infoständen zu einem Aufmarsch durch Dortmund am 14. April 2018 auf. Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus kontert diese Nazi-Demonstration mit dem Motto „Europäer aller Länder, versammelt Euch! Unser Europa – bunt statt braun.“ Und fordert die Polizei auf, die Demonstrations-Route der Rechtsextremisten bekanntzugeben. Damit der Arbeitskreis wirksamen Protest in Hör- und Sichtweite vorbereiten kann.

Arbeitskreis-Sprecherin Jutta Reiter vom Deutschen Gewerkschaftsbund sagte am Freitag, dass der Aufmarsch der Rechten deutlich kleiner sein werde, als bisher anzunehmen war. Die Nazis selbst würden inzwischen tiefer stapeln. Mit 1000 Teilnehmern sei auf deren Seite nicht zu rechnen. Dennoch werde eine große Gruppe von Gegendemonstranten für die Vielfalt Europas auf die Straßen gehen und sich mit vielen Facetten der EU auch kritisch auseinandersetzen. Zum Beispiel bei den Arbeitnehmerrechten, wenn es um Löhne und Arbeitsbedingungen geht.

DGB-Projekt spricht Kritik an Europa aus

„Das DGB-Projekt Faire Mobilität nennt klar die Kritikpunkte“, sagte Jutta Reiter eine Woche vor den Demonstrationen in der Dortmunder Innenstadt. Auf der anderen Seite kommen Europas Vorzüge zur Sprache. Jutta Reiter: „Schüleraustausch, Arbeit und Studium haben ein internationales Ausmaß angenommen. Die Menschen haben einen Zugang zu den Kulturen, der ohne Europa nicht möglich wäre.“

„Für mich ist Europa ein Friedensprojekt“, sagt Friedrich Stiller vom Arbeitskreis. Der Pfarrer der evangelischen Kirche sieht in der Union „gerade jetzt in einer komplexen und spannungsgeladenen Weltlage“ einen Garanten für Menschenrechte und Wirtschaftskraft - das seien Werte, die gegen Nationalsozialisten und Rechtspopulisten verteidigt werden müssten.

Europas gemeinsame Basis verteidigen

Friedrich Stiller: „Was Europa angeht: Man muss nicht mit allem einverstanden sein. Aber es gilt, die gemeinsame Basis zu verteidigen.“

  • Wer für Europas Freiheit und den Frieden auf die Straße gehen will, startet um 12.30 Uhr mit dem Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus am Europabrunnen auf der Kleppingstraße. Von dort ziehen die Teilnehmer über den Heiligen Weg bis zum Südbahnhof. Dort erinnern die Demonstranten an die Deportationen während der NS-Zeit in Dortmund.
  • Über den Brüderweg geht es vorbei an der Reinoldikirche zur Katharinenstraße / Ecke Kampstraße. Dort eröffnet um 13.30 Uhr das „Café Europa“, ein Fest mit Europaabgeordneten mehrerer Parteien, der grünen Jugend, der Band „Oakyard“ und DJ Carsten Hellmich.

Anschließend will der Arbeitskreis „in Hör- und Sichtweite“ der Nazis demonstrieren, dass Dortmund und Europa „bunt statt braun“ sind. Von der Polizei erwarten die Veranstalter, dass sie dafür die Route der Nazis rechtzeitig bekannt gibt. Friedrich Stiller: „Wir möchten nicht, dass die Polizei zu lange mit der Information wartet. Denn wir müssen planen können.“ Jutta Reiter: „Wir wollen den Nazis gewaltfrei begegnen. Unter uns werden viele junge Menschen ohne Demonstrationserfahrung sein.“

Der Arbeitskreis „Christen gegen Rechtsextremismus“ der evangelischen Kirche lädt Mittwoch (11.4.2018) um 19 Uhr zu einem Vortrag ein:

  • Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Arnsberg informiert über die Vernetzung von Neonazis innerhalb Europas.
  • Jutta Reiter, ein Mitglied der grünen Jugend und Polizeipräsident Gregor Lange informieren über die Demonstrationen am 14. April.

Beginn ist 19 Uhr im Reinoldinum, Schwanenwall 34. Mitglieder rechtsextremer Organisationen oder Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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