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Nördlich der Alpen die Nummer Eins

Die Reinoldikirche gilt schon lange als kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Unbeachtet blieb aber bisher ein Interieur des Gotteshauses: das Altarretabel, die Schauwand hinter dem Opfertisch.

Das soll sich nun ändern: Mit ihrem Buch «Das Altarretabel in der Dortmunder St. Reinoldikirche» möchte Evelyn Bertram-Neunzig die Öffentlichkeit auf das Kunstwerk aufmerksam machen. Grundlage des Buches ist die Dissertation der Kölner Kunsthistorikerin. Freilich: «Die hochwissenschaftlichen Stellen habe ich herausgestrichen, zahlreiche farbliche Abbildungen hinzugefügt und die Sprache vereinfacht», erzählt die Autorin.

Denn ihr Werk soll alle Interessierten ansprechen: «Es ist auch für Laien verständlich gehalten. Wenngleich der hohe wissenschaftliche Wert der Arbeit erhalten geblieben ist», preist Barbara Welzel, Mitglied der herausgebenden Conrad-von-Soest-Gesellschaft, die Vorzüge des zehnten Werkes der Dortmunder Mittelalter-Forschungen an.

Schließlich sei es die bislang einzige systematische Analyse über das Retabel - und das, obwohl die Schauwand nördlich der Alpen ihresgleichen suche: «Von den in den Niederlanden des 15. Jahrhunderts erbauten Retabeln existieren weltweit nur noch 15 Stück. Das in Dortmund ist ohne Übertreibung das künstlerisch wertvollste unter ihnen», meint Welzel. Davon soll nun mithilfe des Buches auch ein breiteres Publikum Notiz nehmen. wet

Das Buch ist ab sofort für 14,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Führungen in der Reinoldikirche gibt es jeden Samstag ab 14 Uhr. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Lediglich um eine kleine Spende wird gebeten.

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