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Nachwuchsprobleme

Einst schwer gebeutelt, hat sich die heimische Baubranche mittlerweile wieder einigermaßen erholt. "Wir sind endlich raus aus dem Tal der Tränen", sagte die Geschäftsführerin des Bauindustrieverbandes NRW, Beate Wiemann (Foto 1) am Donnerstag in Dortmund. Nach elf Jahren der Rezession gehe es endlich wieder aufwärts.

Der Aufschwung stellt die Branche jedoch auch vor völlig neuen Herausforderungen. So droht den Firmen schon in wenigen Jahren das Personal auszugehen. Schon heute suchten viele Betriebe "händeringend" qualifizierte Fach- und Führungskräfte, warnte Wiemann vor einem Mangel an Nachwuchs. Hermann Schulte-Hiltrop (Foto 2), Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Westfalen, führt das auf das negative Image in Folge der Baukrise zurück. Das habe viele Schulabgänger davon abgehalten, Ausbildung oder Ingenieurstudium zu beginnen. Umso erfreulicher sei, dass die Ausbildung bei den Firmen wieder groß geschrieben werde. So verzeichnet der Bauindustrieverband NRW gegenüber dem Vorjahr ein Lehrstellenplus von 25 %, die Bauverbände Westfalen registrierten 2272 Ausbildungsverträge (plus 11 %).

Neben dem Fachkräftemangel machen der Bauwirtschaft auch die zum Teil drastisch gestiegenen Baustoffpreise zu schaffen, bedeuteten sie doch eine größere Kostenbelastung, die in den Baupreisen in der Regel noch nicht enthalten sei. "Unter diesem Druck können wir auf kurze Sicht trotz Bauaufschwung unsere Ertragsprobleme nicht lösen", sagte Wiemann. Bei allem Optimismus bleibt der Wohnungsbau dennoch Sorgenkind. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Wegfall der Eigenheimzulage haben den Bereich im ersten Halbjahr einbrechen lassen. Dennoch sieht Schulte-Hiltrop derzeit trotz der Probleme beim Wohnungsbau die Baubranche in der Region nicht bedroht. Es hätten zwar viele Firmen wegen der Baukrise aufgeben müssen, "aber die, die diese Phase überlebt haben, sind heute in der Regel so flexibel, dass sie Einbußen beim Wohnungsbau mit anderen Baubereichen ausgleichen." ar

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