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Diebstähle mit Kinderwagen bei Ikea

Mutmaßliche Ikea-Diebe schweigen vor Gericht

Dortmund Ein präparierter Kinderwagen und ein riesiger Schaden: Monatelang soll ein Vater aus Gelsenkirchen mit seinen drei Söhnen und seinem Schwiegersohn bei Ikea in Dortmund und Duisburg auf Diebestour gegangen sein. Seit Dienstag steht die Familie in Essen vor Gericht.

Werkzeug, Bettwäsche, Gardinen, Babyphones und Pfannen: Wenn die Anklage stimmt, dann war die Familie zwischen Juni 2016 und Januar 2017 praktisch täglich auf Diebestour. Entweder bei Ikea in Dortmund oder bei Ikea in Duisburg.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten die Möbelhäuser jedesmal mit einem Kinderwagen betreten haben, der mit Kabelbindern so verstärkt war, dass damit auch größere Lasten transportiert werden konnten. Teilweise sollen sie an einem einzigen Tag bis zu sechs Mal die Kasse passiert haben, ohne zu bezahlen.

Waren auf Bestellung geklaut

Die einzelnen Aufgaben sollen dabei perfekt aufeinander abgestimmt worden sein. Einer war der Fahrer, andere trugen die Ware zusammen und deponierten sie an unauffälligen Stellen, der letzte schob sie schließlich mit dem Kinderwagen nach draußen.

Der Gesamtschaden soll sich auf rund 350.000 Euro belaufen. Laut Anklage wurden die Waren entweder direkt auf Bestellung geklaut oder später auf Flohmärkten und über das Internet verkauft. Als Lager sollen Garagen in Gelsenkirchen gedient haben.

Nach Streit packte einer aus

Die Angeklagten waren im Januar 2017 aufgefallen und festgenommen worden. Zum Prozessauftakt haben alle zu den Vorwürfen geschwiegen.

Dass der Kinderwagen-Trick überhaupt aufgefallen ist, soll mit einer Familienfehde zusammenhängen. Nach einem Streit soll ein weiteres Familienmitglied zur Polizei gegangen und ausgepackt haben.

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