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"Motivierte Mitarbeiter bringen bessere Leistung"

Als erste Unternehmerin in Dortmund hat Angela Feuerstein (49), Mitglied der Geschäftsleitung der IT-Firma SMF KG in Marten, die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Was es damit auf sich hat, erklärte sie im Gespräch RN-Redakteurin Bettina Kiwitt.

Was verbirgt sich hinter der Charta der Vielfalt?

Feuerstein: Es ist eine Selbstverpflichtung, die jeder unterschreiben kann. Nicht nur große Unternehmen, sondern insbesondere auch so kleine wie wir mit 32 Mitarbeitern.

Wozu verpflichten sich die Unternehmen?

Feuerstein: Die Initiative, über die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schirmherrschaft übernommen hat, will Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur voranbringen.

Hört sich schön an, doch was heißt das konkret?

Feuerstein: Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Unterzeichner, Vielfalt wert zu schätzen sowie ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist.

Was bedeutet das für Ihr eigens Unternehmen?

Feuerstein: Wir haben bei unseren Beschäftigten einen Mix aus den unterschiedlichen Fachrichtungen und Nationalitäten, eine besonders intensive Frauenförderung und die aktive Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wenn also das Kind eines Mitarbeiters plötzlich krank wird...

Feuerstein: ...dann kann er oder sie zuhause bleiben und arbeitet von dort.

Das hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein.

Feuerstein: Das wird bei uns aber so gehandhabt. Die Mitarbeiter haben hier bei uns die größtmögliche Freiheit. Wir haben 100% Vertrauen in unsere Mitarbeiter, wir kontrollieren nichts. Wir erwarten aber selbstverständlich, dass z.B. Termine mit Kunden eingehalten werden. Jeder ist verantwortlich für seinen Job, und das funktioniert.

Frauen in der IT sind normalerweise so selten wie ein PC ohne Mucken. Bei Ihnen nicht...

Feuerstein: Mehr Frauen für die IT zu gewinnen, ist seit Jahren mein Steckenpferd. Wir haben einen Frauenanteil von 30 Prozent, üblich sind in IT-Firmen unter 10%.

Aber die Bewerbungen kommen doch hauptsächlich von Männern.

Feuerstein: Stimmt. Für unsere Ausbildungsplätze sind 90 % der Bewerber männlich. Trotzdem besetzten wie die Plätze 50:50. Die Frauen, die sich für IT entscheiden, sind in der Regel wirklich gut.

Sie bilden auch über dem Durchschnitt aus.

Feuerstein: Auch das. Man sieht ja jetzt auch, dass es Engpässe bei den Fachkräften gibt. Das liegt u.a. daran, dass viele Unternehmen in der Vergangenheit eben nicht genügend ausgebildet haben. Aber erlauben sie mir noch einen Nebensatz: Schon die IT-Ausbildung an den Dortmunder Schulen lässt sehr zu wünschen übrig. Es gibt keinen einzigen IT-Leistungskurs an Gesamtschulen oder Gymnasien. Und dabei ist IT etwa im Rahmen des dortmund-projects eine Schlüsselbranche.

Nicht genug der Vielfalt. Sie haben viele Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln.

Feuerstein : Ich bin der Meinung, ein Unternehmen muss auch die gesellschaftlichen Realitäten abbilden. Und jedes dritte Kind, das heute geboren wird, hat Migrationshintergrund.

Was bieten Sie noch?

Feuerstein: Zum Beispiel barrierefreie Büros. Bei uns sind auch Rollstuhlfahrer willkommen.

Was bringt das Bekenntnis zur Vielfalt Ihrem Unternehmen?

Feuerstein: Die persönlichen Vorteile machen SMF attraktiv bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter auf einem IT-Markt, der immer enger wird. Und wir haben ein hervorragendes Betriebsklima. Motivierte Mitarbeiter bringen bessere Leistungen.

www.vielfalt-als-chance.de

www.smf.de

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