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Mehr Stellen für Jugendhilfe

In einem Alarmbrief hatten die Mitarbeiter der Jugendhilfe ihre tägliche Arbeitsüberlastung öffentlich gemacht - und 50 neue Stellen gefordert. Nun werden es 20 zu den bestehenden 92 Stellen. Gleichzeitig sollen Arbeitsstrukturen verbessert und die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter vor Ort von Verwaltungsarbeit entlastet werden.

So schlägt es ein externes Gutachten vor, das die Stadt beim Gemeindeprüfungsamt nach den Protesten im letzten November in Auftrag gegeben hatte und dem sie grundsätzlich folgen will, kündigte gestern OB Dr. Gerhard Langemeyer an.

Unter dem Motto «Jugendhilfe 2010» wird das gesamte Aufgabenfeld neu strukturiert. Die Sozialpädagogen verbringen zurzeit bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungstätigkeiten. Die elektronische Aktenführung sowie die Herausnahme von Vormundschaften und Pflegschaften aus ihrem Aufgabengebiet sollen ihnen mehr Zeit für die Betreuung der Familien und Kinder lassen. Die ambulante Hilfe wird intensiviert, um die teurere stationäre Hilfe möglichst zu vermeiden.

Dafür wird die Jugendhilfe aufgestockt: um 5,6 Verwaltungskräfte, 6,5 Leitungskräfte, die voraussichtlich extern ausgeschrieben werden, sowie 8,6 Stellen für Sozialarbeiter und -pädagogen. Man wolle schon in der Sommerpause mit der Umsetzung beginnen, erklärte Jugenddezernentin Waltraud Bonekamp.

Die 20 zusätzlichen Stellen, die 900 000 jährlich kosten, werden sich für die Stadt rechnen, meint der OB. Wenn die Ziele erreicht würden, spare man auf der anderen Seite bis zum Jahr 2010 unterm Strich 2 Mio. ; denn 50 000 kostet ein Heimplatz im Jahr. Von den 78 Mio. für die Jugendhilfe hat die Stadt im letzten Jahr 47 Mio. für Heimplätze ausgegeben.

Die Lösung sei «sachlich vernünftig» so Langemeyer, «weil sie den Kindern hilft, und auch wirtschaftlich vernünftig, weil sie weniger Heimunterbringung notwendig macht und Fachkräfte mehr Zeit haben, sich um die Kinder zu kümmern.»

Die Mitarbeiter der Jugendhilfe wurden gestern über die Ergebnisse des sie bestätigenden Gutachtens und die Umsetzung informiert. ko

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