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«Können nicht mehr zurück»

Die Steinhammer-Grundschule in Marten, eine von fünf Schulen, die weiter auf den zugesagten Ausbau zur Offenen Ganztagsschule warten müssen (RN berichteten), wird trotzdem nach den Sommerferien mit dem Angebot der Übermittag-Betreuung starten.

«Wir können gar nicht mehr zurück», erklärt die stellv. Schulleiterin Andrea Rumpelt. «Wir haben fast 50 Anmeldungen, das Personal eingestellt und den Rahmenvertrag mit der dobeq als Träger unterschrieben.» Man werde in den vorhandenen Räumlichkeiten starten und einen Klassenraum provisorisch für den Mittagstisch herrichten, «ohne einen schönen Umbau und ohne neue Möbel». Rumpelt: «Auf uns können sich die Eltern verlassen.»

Auch an den übrigen drei betroffenen Grundschulen und einer Förderschule (Gutenberg-, Kirchhörder und Olpketal-Grundschule sowie Adolf-Schulte-Schule) liegen Anmeldungen für jeweils 50 bis 70 Kinder vor, weiß Monika Landgraf, Vorsitzende der Stadteltern: «Die Schulleitungen sind empört über die kurzfristige Mitteilung der Schulverwaltung. Wie sollen sie die Eltern, die ihre Berufstätigkeit darauf abgestimmt haben und jetzt in den Urlaub fahren, am letzten Schultag noch informieren?»

«Notfalllösungen»

Von der Schulverwaltung fordert Landgraf, dass sie umgehend mit den Schulen Kontakt aufnimmt und «Notfalllösungen» schafft, «um zu retten, was zu retten ist».

OB Dr. Gerhard Langemeyer (SPD) habe sich mit dem gebrochenen Versprechen, die Offene Ganztagsschule zum neuen Schuljahr auszubauen, «unglaubwürdig» gemacht, wirft ihm die Vertreterin der Stadtelternschaft vor. Dass das Geld knapp werden könne, sei lange klar gewesen. Von der Politik, speziell von CDU und FDP, erwartet Landgraf, dass sie bei der schwarz-gelben Landesregierung «Druck macht», damit die in Rede stehenden Schulen doch noch in Kürze an den Start gehen können.

Die Fraktion FDP/Bürgerliste vermutet, dass ein schnelleres Verwaltungshandeln die Verzögerung hätte verhindern können. Nach Aussage des NRW-Schulministeriums sei den Schulträgern bereits 2005 und 2006 mehrfach bekannt gegeben worden, dass voraussichtlich nur die Schulen eine Finanzierung in gewünschter Höhe erhalten, die bis Ende 2006 einen Antrag stellen.

«Danach war bereits mit Kürzungen bzw. Verzögerungen zu rechnen», so Lars Rettstadt (FDP), sachkundiger Bürger im Schulausschuss. Zumindest bei den Beratungen zur Prioritätenliste der Offenen Ganztagsschulen im März hätte die Verwaltung darauf hinweisen müssen.

Der Rat hatte allerdings auch nur unter Vorbehalt, dass Landesgelder fließen, für die Investitionen von insgesamt 3,4 Mio. votiert.

SPD und Grüne erwarten von der Verwaltung unmittelbar nach den Ferien Auskunft darüber, ob und wie der beschlossene Ausbau trotz der Kürzungen des Landes realisiert werden kann.

Gaby Kolle

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