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Kirchschicht in St. Barbara

Wellinghofen Erich Wille ist einer der beiden letzten "echten" Bergleute im Knappenverein Glück Auf 1873 Wellinghofen.

40 Jahre hat er unter Tage gearbeitet. Am Samstag trug er stolz die Fahne "seines" Knappenvereins, als dieser vom Wellinghofer Dorfplatz zur Alten Kirche zog.

Gäste beim bergmännischen Gottesdienst zu Ehren von Sankt Barbara waren der Männergesangverein Eintracht 1846, der den musikalischen Rahmen gestaltete, sowie Knappenvereine aus ganz Dortmund und Lünen. 56 Mitglieder hat der Wellinghofer Verein, der im kommenden Jahr sein 135-jähriges Bestehen feiert. "Unser Ziel ist es, bergmännische Kultur zu bewahren", sagt der Vereinsvorsitzende, Dr. Friedhelm Böcker.

Frauen sind auch dabei

2008 wird er mit seinen Vereinskameraden die Barbarafeier für alle Dortmunder Knappenvereine ausrichten - "da kommen sicher 200 Leute zusammen", freut er sich schon heute. Seit einigen Jahren dürfen auch Frauen Mitglieder im Knappenverein werden. Heidi Wittstein sieht zünftig aus in der Berg mannstracht. Ihr Großvater war Bergmann. Heute wohnt sie in seinem Siedlungshäuschen und arbeitet als stellvertretende Kassiererin im Verein, dem übrigens auch fast alle Vorsitzenden der Wellinghofer Vereine angehören.

Über die heilige Barbara wird erzählt, sie sei gegen den Willen ihres heidnischen Vaters Christin geworden. Als er sie in ein Verlies sperren ließ, verfing sich ihr Kleid in einem Kirschzweig, der am Tage ihrer Hinrichtung erblühte. Sie deutete dieses Zeichen so, dass Gott sie auch in tiefster Dunkelheit nicht verlassen hatte und wurde zur Schutzpatronin der in der Dunkelheit arbeitenden Bergleute.

Kirschzweig

Dem Brauch, am Barbaratag knospende Zweige zu schneiden, wurde auch beim Festgottesdienst gefolgt: Alle Besucher erhielten einen frischen Kirschzweig.

Pfarrer Niels Back, der im Gottesdienst für die "Verbundenheit der Knappen und die Stärkung unserer Dorfgemeinschaft in Wellinghofen" betete, kennt sich mit bergmännischem Brauchtum aus: Er ist ebenfalls Knappe bei Glück Auf 1873. bib

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