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Kindesmord-Prozess: Freunden kam Sabrina L. merkwürdig vor

DORTMUND Sechster Verhandlungstag im Prozess gegen die mutmaßliche Kindesmörderin Sabrina L. (27): Mit Hilfe zweier weiterer Lebenspartner als Zeugen versuchten die Richter gestern, Stück für Stück mehr Licht in die geheimnisvolle Seele der 27-Jährigen zu bringen.

Kindesmord-Prozess: Freunden kam Sabrina L. merkwürdig vor

Akten und Aussagen - gestern der 6. Prozesstag.

Dabei traten immer erschreckendere Details über eine anscheinend kranke Psyche hervor. So schilderte ein 38-jähriger Rettungssanitäter aus Hünxe, den Sabrina L. Anfang 2004 im Internet-Chat kennen gelernt hat, die Frau habe ständig "irgendwelche verworrenen Geschichten erzählt". Ein Mal von einer angeblichen Vergewaltigung im Zug durch einen ominösen "Phil", ein anderes Mal von einer lesbischen Freundin, der Sabrina L. letztlich sogar beim Selbstmord Hilfe geleistet haben will.

Und nicht zu vergessen die zahlreichen SMS, die er plötzlich von einer "Lisa", einer angeblichen Freundin von Sabrina L., bekommen habe. Stets mit Nachfragen, wie es Sabrina denn gehe. Erst später habe er dann herausgefunden, dass es sich bei «Lisa» um Sabrina L. selbst gehandelt haben müsse. Sie hatte sich wohl mehrere Handy-Karten zugelegt und die SMS selbst geschickt.

"Als am Ende auch noch Drogengeschichten ins Spiel kamen, habe ich die Beziehung dann irgendwann erkalten lassen", so der 38-Jährige gestern als Zeuge.

Auch sein "Nachfolger", ein 44-jähriger Diplom-Pädagoge, sprach gestern von "imaginären und fiktiven Personen und an den Haaren herbeigezogenen Geschichten", die ihm während seiner Beziehung zu Sabrina L. irgendwann aufgefallen seien.

Auch hier sei es immer wieder um Todesfälle, Erkrankungen und oftmals auch um sexuellen Missbrauch gegangen. Zu diesem Thema habe er im Übrigen seine Diplom-Arbeit geschrieben: "In meinen Büchern hat sie auch oft interessiert gelesen."

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