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Kein neuer Knast

DORTMUND Sicher, der «Lübecker Hof» sei eine Haftanstalt mit besonderen Problemen. Aber bei ihrer Reise durch die Gefängnisse des Landes hat NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter noch größeres Elend gesehen.

Das sagte die Politikerin gestern bei ihrem Arbeitsbesuch im Dortmunder Knast. «Nein, das ist reine Routine, es gibt keinen speziellen Grund für diesen Termin», erklärte die Ministerin gleich zu Beginn - wohlwissend, dass in den vergangenen Jahren immer wieder über einen Neubau auf der grünen Wiese spekuliert worden war. Daran sei aber aufgrund der finanziellen Lage des Landes erst einmal nicht zu denken.

Nach ihrem Rundgang mit Gefängnisleiterin Reina Blikslager sagte Müller-Piepenkötter: «Ich war beeindruckt von der Enge, die hier herrscht. Baulich ist das eine schwierige Anstalt, die einen besonderen Betreuungsaufwand erfordert. Zudem gibt es ein Problem mit Sportangeboten und der Beschaffung von Arbeitsplätzen.» Diese Probleme will sie in den nächsten Monaten mit Blikslager angehen, zum Beispiel überlegen, wie durch kleinere bauliche Veränderungen die Lage in den über 100 Jahre alten Mauern entspannt werden kann. Und einige Arbeiten könne man schließlich auch in der Zelle verrichten.

Derzeit sind gut 400 Gefangene im Lübecker Hof untergebracht - über zehn Prozent weniger als in den vergangenen Jahren. «Mit der Zahl sind wir eigentlich zufrieden», sagte Blikslager. Der Umbau einer Abschiebe-Haftanstalt in Düren (dort entstehen 150 neue Plätze) werde für Dortmund sicher eine weitere Entspannung bringen, glaubt die Ministerin.

Mehr Stellen

Auch personell solle sich die Situation bessern: 330 neuen Stellen habe die Landesregierung im Allgemeinen Vollzugdienst neu geschaffen, drei Kollegen würden demnächst in Dortmund neu eingestellt.

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