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Kein Respekt vorm roten Mann

Ho, ho, ho...was müssen wir da hören? Der Nikolaus packt aus. Respekt vermisst der rote Mann und holt in Gedanken die Rute raus. Groß und Klein, so seine Pein, wollen mitunter gar nicht artig sein.

Kein Respekt vorm roten Mann

<p>Elfe "Waltraud". Belouanas</p>

"Wenn ich über den Weihnachtsmarkt gehe, wird mir schon mal in den Rücken geboxt oder am Sack gezogen", berichtet Heinz-Jürgen Preuß.

Der 64-Jährige ist einer der dienstältesten Nikoläuse der Republik. Seit über 45 Jahren stapft er in der Vorweihnachtszeit in schwerer Montur von Ort zu Ort, vom Kindergarten bis zum Kegelclub. "Ich muss mir manchmal Sachen anhören, die gehen voll unter die Gürtellinie. Da könnte ich manches Mal einen roten Kopf bekommen."

Die Gruppe derer, die angesichts der samtenen Kutte ihr Engelsgesicht aufsetzen, schrumpft bedenklich. "Das hat auch immer etwas mit dem Glauben an den Nikolaus zu tun", sagt "St. Nikolaus" vom Weihnachts-Foto-Stand am Willy-Brandt-Platz. Bis zur Einschulung, so sein Eindruck, glauben fast 80 Prozent der Kinder an ihn, danach nehme die Zahl rasant ab. "Sie werden dann alberner, manchmal auch ein bisschen frech."

So wie vergangene Woche. Der Nikolaus-Darsteller erinnert sich gut an vier Jugendliche, die seine Elfe "Waltraud" anpöbelten und sogar handgreiflich wurden - bis ein Passant drohte, die Polizei zu rufen. "Das war aber eine absolute Ausnahme in den letzten 22 Jahren", sagt die Elfe achselzuckend. "Die wollten sich vor der Gruppe eben besonders cool geben".

Sascha (15) findet ein solches Verhalten "kindisch und gemein". "Die haben sie doch nicht alle stramm. So ein Nikolaus in der Stadt ist eine gute Sache, um kleinen Kindern eine Freude zu machen", meint er.

Wertschätzung ist denn auch das Schlüsselwort für Heinz-Jürgen Preuß. "Die ist in den letzten Jahren deutlich gesunken", moniert der Nikolaus aus Leidenschaft. Dafür steigen die Ansprüche stetig. Auf Apfel, Nuss und Mandelkern verzichten Kinder heute gern. "Wir müssen Riesengeschenke im Sack anschleppen. Aber wenn dann mal einer ein Gedicht aufsagen soll...", seufzt Heinz-Jürgen Preuß. Ja dann breitet sich vor ihm kollektive Ratlosigkeit aus. Ten/bel

Seite 7: Ich-AG Nikolaus

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