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Kein Einkauf bis der Arzt kommt

9-19, 9.30-20, 10-19: Was sich liest wie ein Zahlenrätsel, gibt Kunden genau das auf: Wer öffnet wann und wie lange?

Statt das schicke Sakko zum Schnäppchenpreis im Schaufenster anzupeilen, sollte der geneigte Einkäufer besser zuerst den Blick auf die Öffnungszeiten an der Tür richten. Gerade samstags, wo die großen Kaufhäuser seit dem 1. Juni bereits um 19 Uhr schließen.

Von der Öffnungszeit bis 20 Uhr waren die Kaufhäuser für die Sommermonate wieder abgerückt, auch weil sie glaubten, an warmen Abenden sei die Stadt wie leergefegt. Aber genau das Gegenteil war bisher der Fall.

Andreas Peppel vom Einzelhandelsverband äußert Verständnis für den Handel. Der Referent für Projekte und regionale Betreuung bedauert zwar den «Flickenteppich» von Öffnungszeiten, sieht aber auch das unterschiedliche Einkaufsverhalten in den verschiedenen Branchen: «Niemand öffnet sein Geschäft, wenn es sich nicht rechnet. Das kann man keinem Kaufmann übel nehmen.» Peppel glaubt, in der Kernöffnungszeit von 10 bis 19 Uhr könnte der Kunde seine Geschäfte durchaus erledigt haben. Bedarf an länger geöffneten Türen sieht er bei der jungen Mode (Peppel: «An der Brückstraße gibt es ja auch ein paar Geschäfte mit 20-Uhr-Öffnung.») sowie für die beratungsintensive Technik-/Elektronikbranche. Peppel bemerkt ebenfalls eine gewisse Kundensehnsucht nach der Wiederbelebung des langen Donnerstags.

Karstadt-Geschäftsführer Peter Erb empfindet als Einzelhändler die unterschiedlichen Öffnungszeiten in der City zwar als «unglücklich», bezeichnet den Sommer als «Testphase» und hofft auf übereinstimmende Zeiten spätestens zum Weihnachtsgeschäft. Nach seiner Feststellung lasse der Andrang doch deutlich nach, wenn es auf 19 Uhr zugehe. Was nun Thomas Rohlmann, neben Guido Terörde Filialleiter von C & A, so überhaupt nicht sieht. Gerade die Wochenend-Öffnungszeit (Freitag, Samstag bis 21 Uhr) lohne sich: «Der Kunde stimmt mit den Füßen ab. Wir bilden das Sammelbecken aller Einkaufswilligen.» bö

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