Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kanalnetz unter der Lupe

Im Westen Das dritte Unwetter innerhalb von nur zwölf Monaten im Stil eines «Jahrhundert-Regenereignisses» am 14. Juni hat das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht. Vor allem die Bürger im Dortmunder Westen, die jedesmal besonders betroffen waren, fühlen sich mehr und mehr von der Stadt allein gelassen.

Dr. Christian Falk vom Tiefbauamt kann sie gut verstehen und erklärt auf RN-Anfrage: «Für diese Regenereignisse, die bislang nur alle 20 bis 50 Jahre auftauchten, ist das bundesweite und damit auch das Dortmunder Kanalnetz nicht gewappnet und kann so den gewohnten Entwässerungs-Komfort nicht bieten.» Die klimatischen Veränderungen und die damit verbundenen Überschwemmungen nehme sein Amt nun zum Anlass, um weitreichende Prüfungen des Kanalsystems vorzunehmen. Schwerpunkt seien die Wohnbereiche in der Nähe des Schmechtingbachs, also insbesondere die Vororte Marten und Somborn.

Wie berichtet stehen vor allem dort immer wieder die Keller zahlreicher Hausbesitzer unter Wasser. Noch stärker betroffen ist Karl-Heinz Dobring, dessen gesamtes Grundstück am Bärenbruch auch bei weniger starken Regenfällen sofort unter Wasser steht. «Mein Garten ist wieder ein Schwimmbad, nachdem wir gerade erst Rasen neu gesät haben», erzählt er frustriert. Wie ein «reißender Bach» seien die Wassermassen aus der Straße Marterloh und von der Feuerwehrwache auf sein Anwesen geflossen. Sandsäcke und Betonsteine hätten die Fluten nicht aufhalten können.

«Mit den Ergebnissen unserer Prüfungen, die umfangreiche hydraulische Berechnungen erfordern, rechnen wir im Herbst», berichtet Dr. Falk. Und die mögliche Konsequenz? «Gegebenenfalls folgen durch uns oder die Emschergenossenschaft Baumaßnahmen. Aber nicht, um Missstände zu beheben, sondern um den Entwässerungs-Komfort zu verbessern», betont Dr. Falk.

Eine weitere Maßnahme, die Problematik in den Griff zu bekommen, sei die «Zukunfts-Vereinbarung Regenwasser 15/15». «Sie besagt, dass 15 Prozent des Regenwassers vom Kanalnetz abzukoppeln sind, etwa durch Gewässereinleitungen oder Regenversickerungsanlagen», erklärt Christian Falk.

Was übrigens auch für Neubaugebiete gelte: «Wir sind gesetzlich verpflichtet, das Wasser nicht einfach in den Kanal zu leiten, sondern nach Möglichkeit Alternativen zu realisieren», nimmt Dr. Falk Stellung zu dem Vorwurf, dass immer mehr Neubaugebiete an das bestehende Kanalsystem angeschlossen würden. Dön

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Dortmund Die brandschutztechnischen Mängel am Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld sind noch gravierender als bisher in der Öffentlichkeit angenommen. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Dokument hervor, das unserer Redaktion vorliegt.mehr...

Schoko-Hasen von Pott au Chocolat

So entsteht Kakao-Kunst im Kaiserstraßenviertel

Dortmund Schokolade hier, Schokolade dort. Im „Pott au Chocolat“ entstehen die Süßigkeiten in Handarbeit. Dabei ist die Herstellung mehr als nur Kakao und Zucker. Wir haben die Entstehung eines Schokohasens mal begleitet.mehr...

Dortmund Sie wog weniger als zwei Päckchen Butter bei ihrer Geburt. Die Ärzte gaben dieser Handvoll Mensch im Brutkasten anfangs Drogen, sonst wäre der Entzug tödlich verlaufen. Die Folgen werden Alena Lange ein Leben lang begleiten. Obwohl sie erst spät erkannt wurden.mehr...