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Kampf mit dem Besen

hombruch 1980 blickte Justitia ins Froschloch, denn in diesem kleinen «gallischen Dorf» legten sich die aufständischen Siedler mit der Stadt an. In der ersten Reihe schwang Bernhard Koners aus dem Kuckucksweg den Besen.

Mit dem Froschloch führte der Deutsche Siedlerbund damals eine Musterklage vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen, um die Nachbarn der kleinen Seitenstraßen von der städtischen Straßenreinigung und damit von der Gebührenpflicht zu befreien.

«Wir haben dann unsere Klage und die Stadt ihre Gebührenbescheide zurückgezogen - ab da haben wir unsere Straßen selbst gefegt», erinnert sich Bernhard Koners an die über zweieinhalb Jahrzehnte zurück liegende Auseinandersetzung.

Gebührenstreit

Seit anderthalb Jahren müssen die Nachbarn wieder fegen lassen und Gebührenbescheide kassieren. «Dass wir zahlen müssen ist nicht das Thema», sagt Bernhard Koners (73) mit kämpferischem Blick, aber die Höhe der Gebühren ist nicht gerecht. Es kann doch nicht sein, dass wir das Mehrfache der Straßenlänge am Kuckucksweg bezahlen müssen», kritisiert er die Gebührenformel der Stadt, über die jetzt das Oberverwaltungsgericht entscheiden muss. Die Mustersiedlung steht diesesmal in Rahm. Weil die Siedler in den 60ern höhere Erbbauzinsen abschmettern konnten, in den 80ern mit dem Besen auf die Straße gegangen waren und gemeinsam Koks und Kohle eingekellert haben, entstand am Kuckucksweg eine starke Gemeinschaft, die oft unter einer inzwischen gefällten Kastanie gesessen hatte.

Damals, in den 60ern und 70ern, tobten über 60 Kinder über den Kuckucksweg. Heute sind es nur noch 24, bedauert Bernhard Koners den demografischen Wandel auch in seiner kleinen Straße. «So viele Kinder sind heute einfach nicht mehr denkbar, weil beide Elternteile arbeiten gehen müssen. Den Kaufpreis kann man sich mit nur einem Gehalt heute gar nicht leisten.»

Heiratszwang

Der Kuckucksweg ist eine Straße vieler Erinnerungen. Die gute Nachbarschaft von früher - «sie leidet», sagt der Mann aus dem Reihenhaus mit der Nummer 15 wehmütig. Die Zeiten, in der alles seine Ordnung hatte, sind vorbei: Um ein Haus zu kaufen, musste man verheiratet sein. Heute eine undenkbare Vertragsklausel. ban

Der Kuckucksweg ist 95 Meter lang und zweigt vom Rebhuhnweg ab.

Morgen berichten wir über Fritz Bauer aus dem Nachtigallenweg.

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