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Jede 10. Familie sucht Hilfe

Rund jede zehnte Familie in Dortmund hat im vergangenen Jahr in Erziehungs-, Lebens- und Unterhaltsfragen die Beratung des Jugendamtes gesucht. Tendenz steigend.

An erster Stelle sind es Schul- und Ausbildungsprobleme, die Eltern und Kinder die Beratungsstellen aufsuchen lassen, gefolgt von Entwicklungsauffälligkeiten und Beziehungsschwierigkeiten sowie Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten.

«Erziehung wird in fast allen Familien gewollt, aber oft nicht gekonnt», weiß Ulrich Bösebeck (Foto), Leiter des Jugendamtes. Hinter den nackten Zahlen im Geschäftsbericht des Jugendamtes 2006, der gestern vorgestellt wurde, verbürgen sich vielfältige Problemlagen: Arbeitslosigkeit, schlechtes Wohnumfeld, Scheidungskinder und Patchwork-Familien.

«Unsere Priorität liegt auf der vorbeugenden Arbeit mit Familien und Kindern», erklärt Bösebeck, «unser Ziel sind niederschwellige Angebote, um die Selbsthilfepotenziale der Familien zu stärken.» Das gelte für alle Bereiche des Jugendamtes, ob Jugendtreffs, Kindertageseinrichtungen, Jugendhilfe oder Psychologische Beratungsstellen. Elterntrainings und der Ausbau von ambulanten Hilfen um 23 Prozent im letzten Jahr sind nur zwei Beispiele dafür.

Neben der verlässlichen Ganztagsbetreuung und Bildung war das Kindeswohl ein zentrales Thema des Jugendamtes im letzten Jahr, unterstreicht Jugenddezernentin Waltraud Bonekamp. 1600 Pädagogen, Erzieher, Ärzte und Pflegekräfte wurden in Schulungen für das Erkennen von Vernachlässigungen und Misshandlungen sensibilisiert und bekamen Handlungsempfehlungen an die Hand.

Ein soziales Frühwarnsystem wird flächendeckend und beschleunigt ausgeweitet, betont der Vorsitzende des Jugendhilfe-Ausschusses, Friedhelm Sohn.

Und auch das steht im Geschäftsbericht: Für die 15 349 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren stehen für die Betreuung rund 16 000 Plätze in den insgesamt 283 Einrichtungen der Stadt und freien Träger zur Verfügung. Jedes fünfte Kind unter drei Jahren wird bis zum Jahr 2010 einen Platz in der Ganztagsbetreuung erhalten. Allein in 2006 wurden 516 neue Plätze geschaffen. ko

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