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Hemden gegen Hungerlohn

SCHARNHORST Noch einmal telefoniert Pip Cozens mit der Gruppe "China" ... "Nein", haucht er herablassend in den Hörer, "4 Euro Lohn pro Stunde sind mir viel zu viel!"

Die Globalisierung kann hart sein: Aufgeteilt in drei Gruppen sitzen die Schüler der Klasse 4a der Kautsky-Grundschule beisammen und versuchen, "Firmenchef" Pip Cozens von ihrem Angebot zu überzeugen. "Wir bieten 4 Euro pro Stunde und schnellere Arbeit", sagt eine Schülerin der Gruppe "Europa" - "das ist besser als das Angebot aus Südamerika!"

In diesem Rollenspiel sollen die Jungen und Mädchen durch die beste Offerte den Auftrag für 10 000 T-Shirts für ihre imaginäre Firma an Land ziehen. "Aber wenn wir jetzt noch weniger bieten, dann können wir ja gar nichts mehr verdienen", wundert sich die kleine Zilan - und genau das ist der Punkt.

Sensibilisierung

"Wir wollen den Schülern zeigen, unter welch katastrophalen Bedingungen in der ganzen Welt Kleidung hergestellt wird", erklärt Annabelle Mayntz, Mitgründerin des Projekts "Brandneu - Wenn Kleidung schmerzt". Gefördert durch die Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW verwirklicht Mayntz zusammen mit dem Briten Pip Cozens Projekte zu Umwelt und Menschenrechten im In- und Ausland.

Und die Schüler sind schockiert: In einem weiteren Rollenspiel sollen sie Stoffe nähen und bügeln - unter den strengen Augen des "Aufsehers" Zac. Wenn sie miteinander reden oder auf die Toilette müssen, wird ihnen der Lohn gekürzt. "Ich wusste gar nicht, dass es so schlimme Kinderarbeit wirklich gibt", bemerkt Zilan. Den ganzen Tag beschäftigen sich die Jungen und Mädchen in Gruppenarbeiten und Diskussionen, unterstützt von Filmmaterial, mit dem Thema.

Schulleiterin Elke Godau ist begeistert: "Ich finde es wichtig, dass die Kinder eine Sensibilität für die Dinge entwickeln, die noch nicht einmal alle Erwachsenen verstehen." Sie und der Förderverein hatten sich im Vorfeld für das Projekt, das in einem aufblasbaren Zelt auf dem Schulhof stattfand, an ihrer Schule stark gemacht. Auf der Tagesordnung von "Brandneu" steht auch eine Straßenaktion: Stolz auf ihr neues Wissen, klären die Schüler am Nachmittag Passanten im "Eks" über Hungerlöhne, Pestizide in der Kleidung und Kinderarbeit auf.

Den Auftrag für die 10 000 T-Shirts bekam übrigens die Gruppe "China" - für netto rund 8 Euro pro Arbeiter an einem 15-Stunden-Tag. "Und wie wolltet ihr davon eine ganze Familie ernähren?", fragt Pip Cozens in die Runde. Die sonst so aufgeweckten Schüler blicken ihn ratlos an ... Philipp Piasetzki

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