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Generationenkampf auf der Bühne

Ein Mann hat sein Leben lang gearbeitet. Leistung zahlt sich aus, das hat er erfahren. Dann vermacht er seinen Töchtern alles, was er hat. Doch die Töchter verstoßen ihn, kaum dass sie an der Macht sind. Darüber wird der alte Mann wahnsinnig.

Der Stoff ist 400 Jahre alt, seine Themen aktuell wie nie: König Lear heißt der alte Mann, dessen Schicksal ab Freitag im Studio des Schauspielhauses zu sehen ist. Das auf anderthalb Stunden gekürzte Shakespeare-Stück ist das aktuelle Laien-Projekt des Theaters. Erstmals spielen junge Leute zwischen 19 und 26 Jahren zusammen mit Senioren zwischen 62 und 81 Jahren (RN berichteten).

"Von nichts kommt nichts", diese Weisheit stammt aus "King Lear". Aber was passiert mit den Alten in einer Gesellschaft, in der nur Leistung zählt? Welchen Wert hat das Leben außerhalb des Leistungssystems? Um diese Fragen gehe es, sagt Regisseurin Martina Droste, die mit den Darstellern zehn Wochen lang professionell geprobt hat. pin

Die Premiere (5. 10.) ist ausverkauft. Termine: 11., 17., 20.10. Karten: Tel. 50-27 222

Simon Karsten (26): "Ich habe gelernt, Mut zu haben, offen zu sein und mich zu zeigen."

Anna-Christina Reske (23): "Es macht Spaß, einen Charakter zu spielen, der mir fremd ist. Nun kann ich mich auch besser in meine Omas hineinversetzen."

Joachim Krass (62): "Ich arbeite am Theater auf, was ich 30 Jahre lang im Notariatsbüro erlebt habe: Wie Jung und Alt miteinander umgehen, wenn es ums Vererben geht ..."

Inge Nieswand (67): "Ich wollte schon immer einen Narren spielen! Durch die Arbeit am Stück verstehe ich heute meine Mutter besser."

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