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Illegal abgestellter Müll nah einer AWO-Werkstatt

Gehörlose Frau stolpert über Sperrmüll und verletzt sich schwer

Lindenhorst Nahe der AWO-Werkstatt in Lindehorst ist der Bürgersteig oft mit Abfall übersät. Viele Menschen mit Behinderung kommen dort regelmäßig vorbei. Im März ist eine gehörlose Frau gestolpert und hat sich das Handgelenk gebrochen. Die illegale Müllablage zu beseitigen scheint nicht ganz einfach.

Gehörlose Frau stolpert über Sperrmüll und verletzt sich schwer

Über diesen Müll fiel die gehörlose Frau auf dem Weg zur Arbeit. Foto: Privat

Neben dem leeren Farbeimer liegen die Überreste eines defekten Bettes, eine alte Fußmatte, ein ausgedienter Stuhl und allerhand weiterer Sperrmüll. Kaum 50 Zentimeter abseits des Haufens steht ein ausgedientes Schränkchen auf der Wiese, ein paar Meter weiter hinten nimmt Hausmüll breiten Raum ein: leere Verpackungen, verdreckte Plastiktüten, Konservendosen. Das Szenario beschreibt nicht irgendeine Müllhalde, sondern das Umfeld der Glas- und Papiercontainer an der Lindenhorster Straße, etwas nördlich des Big Tipi, am Donnerstag (21.4.).

Häufig wird der Standort, den täglich Menschen mit Behinderung passieren, zur illegalen Abfallentsorgung genutzt. So auch an einem frühen Morgen Anfang März: Eine gehörlose Mitarbeiterin der AWO-Werkstätten übersah damals in der Dunkelheit den Müll, stürzte, brach sich das Handgelenk und musste daraufhin operiert werden.

Operation nach dem Sturz

Über 700 Menschen mit Handicap sind in den Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt tätig; viele von ihnen kommen morgens mit der U-Bahn und legen das letzte Stück Weg zu Fuß zurück – vorbei an den Containern. „Und daneben liegt regelmäßig Abfall und Schrott, der nicht in die Container gehört“, sagt Christiana Grüe, Gruppenleiterin in den AWO-Werkstätten. „Jede Art von Müll, die man sich nur denken kann. Montags und nach Feiertagen ist es besonders schlimm.“

Gehörlose Frau stolpert über Sperrmüll und verletzt sich schwer

Am Containerstandort Lindenhorster Straße stapelt sich regelmäßig der Müll. Foto: Michael Schuh

Ihre gehörlose Kollegin sei an jenem Märzmorgen um kurz vor 6 Uhr auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als sie den Schrott neben den Containern übersah und so unglücklich fiel, dass sie sich das Handgelenk brach. Glücklicherweise hätten Kollegen den Unfall beobachtet und die Verletzte ins Krankenhaus gebracht, fährt Grüe fort. Dort sei der Frau bei einer OP eine Metallplatte ins Handgelenk eingesetzt worden.

Der gesamte Bürgersteig liegt voller Abfall

„Die Vermüllung an der Stelle hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, schildert die Gruppenleiterin ihre Beobachtungen, „manchmal liegt dort so viel, dass der gesamte Bürgersteig bedeckt ist. Ich musste selbst schon über den Müll steigen.“ Das könnten jedoch nicht alle Mitarbeiter, denn viele seien körperlich, andere geistig behindert. Gefahr bestehe auch bei Gehörlosen, wie der gestürzten Kollegin: Wenn die auf der Straße die Container passieren müssten, weil der Bürgersteig komplett vermüllt ist, seien sie besonders gefährdet, da sie heranfahrende Autos nicht hören könnten.

Der für die Entsorgung zuständige EDG macht Christiana Grüe keine Vorwürfe – der illegale Müll werde regelmäßig und zügig beseitigt. Nur können EDG-Mitarbeiter in den frühen Morgenstunden nicht überall sein, wo in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Abfall abgeladen wurde. Deshalb schlägt die Gruppenleiterin vor, die Container an eine andere Stelle zu versetzen: „Dorthin, wo nicht unbedingt jemand hergehen muss.“ Denn behinderte Menschen sind von versperrten Bürgersteigen ebenso betroffen wie ältere Fußgänger oder Personen, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind.

Mülldetektiv beobachtet den Standort

„Dieser Standort ist uns sehr wohl bekannt“, teilt die EDG-Pressestelle auf Anfrage mit, „er wird oft von unserem Mülldetektiv beobachtet.“ Und dabei seien auch schon Erfolge erzielt, sprich der illegale Entsorger ertappt worden. Zudem würden regelmäßig EDG-Mitarbeiter zu den Containern an der Lindenhorster Straße fahren, um den dortigen Unrat einzusammeln. Teilweise im Rahmen der zweimal wöchentlich stattfindenden Straßenreinigung, teilweise aufgrund der Meldungen von Bürgern oder EDG-Mitarbeitern. Auch die aktuelle Vermüllung sei unlängst gemeldet worden – und zwar über die App „Dreckpetze“.

Eine Versetzung der Container könne das Entsorgungs-Unternehmen allerdings nicht so einfach anordnen. Das sei ein Thema für die Politik, also für die zuständige Bezirksvertretung.

Die illegale Abfallentsorgung ist ein großes Problem: 300 Tonnen solchen Mülls muss die EDG jedes Jahr von verlassenen Straßenecken und aus Randgebieten abfahren.

Wilde Müllkippen erfüllen den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit oder können als Straftat verfolgt werden. Man kann sie entweder telefonisch beim Umweltamt oder über die App „Dreckpetze“ melden.

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