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Donald-Studie bleibt weiter in Dortmund

Forschungsstandort für Kinderernährung ist gesichert

Dortmund Die Stadt übernimmt das Institutsgebäude des Forschungsinstituts für Kinderernährung. Damit bleibt mit der Donald-Studie ein wichtiger Forschungsschwerpunkt erhalten, der international beachtete Ergebnisse liefert.

Forschungsstandort für Kinderernährung ist gesichert

Die Donald-Studie erforscht den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit vom Säuglingsalter an. Foto: dpa

Die am ehemaligen Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Brünninghausen 1985 gestartete Donald-Studie gehört zu den international beachteten Forschungsprojekten. Das FKE wanderte vor gut einem Jahr nach Bochum ab, die Donald-Langzeitstudie aber blieb am gewohnten Standort als eigenständiges Projekt.

Die Stadt sichert jetzt durch die Übernahme der Liegenschaft die Forschungsarbeit am Standort Heinstück 11. Das Grundstück war dem FKE zuvor in Erbpacht überlassen worden. Zu welchen Konditionen die Stadt nun das Gebäude übernommen hat, teilt sie nicht mit. Der Vertrag läuft langfristig zunächst bis zum Jahr 2025. „Wir sind froh, dass wir unsere Arbeit am alten Standort weiterbetreiben können und unsere vielen Studienteilnehmer wie gewohnt hierher kommen können“, sagt Prof. Thomas Remer, Leiter des Studienzentrums.

Donald ist die Abkürzung für Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study. Die international renommierte Studie erforscht die Wechselwirkungen von Ernährung, Stoffwechsel und Wachstum von gesunden Kindern vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter. Solche über Jahrzehnte gehenden Beobachtungen sind einzigartig und machen die Dortmunder Forschungsarbeit so wertvoll. Rund 20 Mitarbeiter arbeiten am Studienzentrum in Brünninghausen. Die Studie wird vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert, was die Unabhängigkeit der Forschung gewährleistet.

Mehr als 1500 Teilnehmer

Seit 1985 werden jährlich etwa 35 bis 40 gesunde Säuglinge im Alter von drei bis sechs Monaten neu in die Studie aufgenommen, bislang mehr als 1500. Es folgen engmaschige Untersuchungen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter mit detaillierter Datenerhebung zu Ernährung, Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Gesundheitsstatus.

Dazu werden Ernährungsprotokolle gefertigt und ärztliche Untersuchungen durchgeführt mit Urin- und später auch Bluttest. 24-Stunden-Urinsammlungen ab dem Alter von drei Jahren bescheren der Forschungseinrichtung eine der größten Bio-Datenbanken in dem Bereich. „Die Proben werden eingefroren und können so immer wieder zu Sonderauswertungen herangezogen werden“, erklärt Thomas Remer. Im Erwachsenenalter werden die Teilnehmer alle fünf Jahre zu regelmäßigen Nachuntersuchungen eingeladen.

Zahlreiche zum Teil physiologisch grundlegende Forschungsergebnisse haben die Dortmunder Wissenschaftler bereits erarbeitet und veröffentlicht, beispielsweise zu Pubertätsentwicklung und wichtigen Hormonverläufen bei gesunden Kindern, zu Ernährungseinflüssen auf Stoffwechsel und Säure-Basenhaushalt oder zur Jodversorgung von Kindern.

Zu hohe Zuckerzufuhr

Da in NRW nur die Universität Bonn die Studienfächer Ernährungswissenschaften und Kinderheilkunde unter ihrem Dach vereint, wurde die Donald Studie mit ihrem interdisziplinären Forschungscharakter 2012 als Außenstelle in die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn integriert. Aktuell beschäftigen sich die Forscher im Brünninghausener Studienzentrum mit den Zusammenhängen zwischen Salzverzehr und Jodversorgung sowie zwischen Körpergewichtszunahme und Nierenfunktionsänderung. Kooperationspartner sind unter anderem das Robert Koch-Institut in Berlin und die Dortmunder Kinderklinik.

Auch die häufig zu hohe Zuckerzufuhr bei Kindern und die Auswirkungen auf die Lebergesundheit ist zurzeit ein Thema im Studienzentrum. Es wird dort gemeinsam mit einer britischen Universität bearbeitet. Mit solchen Auswertungen trägt die Donald-Studie wesentlich zum Verständnis einer gesunden Kinderernährung bei und hilft, ernährungsbedingten Erkrankungen vorzubeugen.

Die Donald-Studie sucht weiterhin interessierte Familien aus dem Raum Dortmund mit einem Baby im Alter bis zu 9 Monaten, die bereit sind, langfristig an der Studie teilzunehmen. Info unter Tel. 79 22 10 26 oder info@donald-studie.de.

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