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«Falkenvater» springt ein

KIRCHDERNE Seit 20 Jahren sorgt Karl Brandt für die Turmfalken, die im Kirchturm der St. Bonifatius-Gemeinde jedes Jahr ihre Jungen aufziehen. Etwa 70 kleine Greifvögel haben in dem Falkenhäuschen, das er im Turm angebracht hat, in luftiger Höhe das Licht der Welt erblickt.

«Falkenvater» springt ein

<p>«Falkenvater» Karl Brandt mit dem jüngsten Vogel nach der Beringung. privat</p>

In diesem Jahr steht der «Falkenvater», wie ihn Pastor Hermann Peters liebevoll nennt, einer besonderen Herausforderung gegenüber: Fünf junge Piepmätze sind im Nest. Leider verunglückte in der vorletzten Woche ein Elternteil, und die Aufzucht der Jungen war in Gefahr.

Karl Brandt benachrichtigte den Naturschutzbund in Dortmund, und sofort begann die Rettungsaktion. Drei ehrenamtliche Mitarbeiter des Naturschutzbundes klettern seitdem jeden Tag in den Turm und versorgen die hungrigen Falken mit Mäusen.

In den letzten Tagen wurden drei der Jungen in andere Nester gebracht, nach Kurl und Wickede. Die übrigen zwei müssen noch weiter gefüttert werden - bis sie so groß sind, dass die Mutter das Nest verlassen kann, um selbst Nahrung für ihren Nachwuchs zu suchen. Alle Falkenjungen wurden wie in jedem Jahr beringt und der Vogelwarte Helgoland gemeldet. Der Turmfalke ist nach dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel in Mitteleuropa. In Deutschland, wo sein Bestand auf 34 000 Paare geschätzt wird, ist er Vogel des Jahres 2007.

Die wissenschaftliche Artbezeichnung «Falco tinnunculus» weist auf den Ruf des Vogels hin, der an ein «ti, ti, ti, ti» erinnert. Übersetzt bedeutet «tinnunculus» etwa klingend oder schellend.

Die in Europa vertretene Unterart hat eine durchschnittliche Körpergröße von 34,5 cm beim Männchen und 36 cm beim Weibchen. Die Spannweite beträgt ca. 75 cm. Selbst Laien können den Turmfalken an seinem Rüttelflug bei der Beutesuche erkennen. Dabei bleibt er mit schnellem Flügelschlag in 10 bis 20 Meter Höhe in der Luft stehen und späht nach Beute, auf die er dann im Sturzflug zusteuert. u.b.

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