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Es fehlen Ärzte

Es brennt der Kittel. In der gestrigen Betriebsversammlung erwarteten die Zuhörer Erklärungen zum befürchteten Defizit.

Statt Haushaltskonsolidierung häuft Dortmunds größtes Krankenhaus massenhaft Schulden an. Zwischen 9 und 10 Millionen sollen es noch im Dezember gewesen sein, jetzt spricht man bereits von gut 12 Mio. Euro. Den Jahresabschluss legt Hauptgeschäftsführerin Mechthild Greive Foto) aber erst am 21. Juni in der Aufsichtsratssitzung vor.

Auf die Rückendeckung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, kann sich Greive zwar verlassen, aber der hatte schon im Vorfeld die Verantwortung der Mitarbeiter angemahnt. Übersetzt: Den Abschluss eines Notlagentarifvertrages.

Erste Sondierungsgespräche mit den Gewerkschaften fanden auch schon statt, mit verdi im Dezember, mit dem Marburger Bund im Mai und der Komba im Juni. Es könnte aber sein, dass die Zahlen noch über Monate geprüft werden, um für die Belegschaft Klärung zu bringen, warum das Defizit für 2006 so hoch ausfällt und ob es nicht hausgemacht ist.

Keine Auswirkungen

Das Argument der Geschäftsführung, Schuld trage auch der Tarifvertrag der Ärzte, scheint den Medizinern unschlüssig, weil die höheren Tarife erst ab Februar 2007 ausgezahlt worden seien. Die neuen Gruppierungen für Oberärzte würden erst ab Juli wirksam. Nach dem Wunsch der Geschäftsführung sollen die Mitarbeiter beim Notlagentarif auf den Arbeitgeberanteil bei der Zusatzversorgung verzichten. Es ist die Rede von einer Reduzierung von 6 auf 2 Prozent.

Kaum Bewerbungen

Dabei müssen die Beschäftigten des Klinikums ohnehin täglich Kröten schlucken, vor allem dann, wenn es gilt, Vakanzen auszugleichen. «Wir haben unheimlich Probleme, die Schichten zu besetzen und OP-Pläne einzuhalten», heißt es aus der Ärzteschaft. Grund sind die vielen unbesetzten Stellen im ärztlichen Dienst. Sie gibt es aus verschiedenen Gründen:

Weil Weiterbildungsassistenten abwandern, und zwar im großen Stil, so heißt es. Sie gingen in andere Krankenhäuser, wo die Bedingungen besser seien. Vor allem in der Anästhesie und Pädiatrie fehlen die Assistenten, wodurch Weiterbildung auf der Strecke bleibt,

Weil Arbeitsbedingungen nicht mehr erträglich sind, Schichten nicht mehr besetzt werden können auf Intensivstationen und Resturlaube nicht mehr genommen werden können.

Auf der anderen Seite soll es auch kaum noch Bewerbungen geben. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten würde es selbst bei den Oberärzten schwierig. bö

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