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Eltern waren schlechte Vorbilder

Jeder weiß, dass kleine Kinder dazu neigen, Mama und Papa vieles nachzumachen. Ein Elternpaar aus Wambel war im Oktober 2005 aber alles andere als ein gutes Vorbild - wie sich gestern im Amtsgericht zeigte. Dort mussten sich Vater und Mutter wegen Computerbetruges verantworten.

Als das Paar im Oktober 2005 gegen Abend nach Hause kam, fand der kleine Knirps vor der Haustür eine EC-Karte und zeigte sie seinem Vater (31). Dem entging keinesfalls, dass die Karte zum Konto des Bestattungsunternehmens aus dem Erdgeschoss gehörte. Doch statt die Karte sofort zurück zu geben, beschlossen Mama und Papa, sie zu behalten und damit einkaufen zu gehen.

Weil die Karte auf eine weibliche Person ausgestellt war, übte die Mutter in den kommenden Tagen fleißig die Unterschrift. Als diese dann perfekt saß, ging es auf Einkaufstour. Innerhalb weniger Tage landeten vorwiegend Kleidungsstücke und Strickwaren im Einkaufswagen. Ein Mal auch ein DVD-Player. Bezahlt wurde das Ganze mit der gefundenen Karte und der frisch geübten Unterschrift. Bis die Karte irgendwann nichts mehr hergab. Gesamtschaden: mehr als 400 Euro.

Dumm gelaufen: Auf die Spur der beiden Betrüger wäre wahrscheinlich nie jemand gekommen, wenn sich Vater und Mutter nicht in der Folgezeit getrennt hätten. Als der Vater dann irgendwann im Zuge des Sorgerechts-Streits gegenüber Zeugen andeutete, er habe da ja noch etwas gegen die Mutter in der Hinterhand, kam der Stein ins Rollen. Die Zeugen gingen nämlich prompt zur Polizei.

Die Richterin verurteilte «Bonnie und Clyde» (O-Ton) gestern zu Geldstrafen. Der Mann muss 400 Euro und die Frau - weil sie monatlich mehr verdient - 800 Euro bezahlen. wvb

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