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Ein Bett für fallende Riesen

Das Bett ist riesig. Mehrere große Kissen auf 120 Metern Länge verteilt, gebaut aus 800 LKW-Ladungen Erdreich. Denn die Riesen sollen weich fallen.

Die "Riesen", das sind die Schornsteine der Kokerei Kaiserstuhl, die am Sonntag gesprengt werden - und dabei exakt in das vorbereitete Bett aus Erde fallen sollen. Denn sie haben schon lange ausgedient. Bereits im Jahr 2000 wurde die damals modernste Kokerei Europas auf dem Westfalenhütten-Gelände nach nur sieben Jahren Betriebszeit stillgelegt. Fleißige Chinesen demontierten 2003/2004 die Kokereitechnik und verschifften sie in ihre Heimat, wo jetzt in den alten Dortmunder Öfen Koks gebacken wird. Übrig blieb nur das Betongerippe der beiden Koksbatterien nebst Kühltürmen und den beiden Schornsteinen.

Die sind jetzt wie die gesamte Restanlage der Neuentwicklung der Westfalenhütte im Weg. Das Kokerei-Gelände, das der Ruhrkohle-Tochter MGG gehört, liegt wie eine Insel inmitten des riesigen Industrieareals und ist nach dem Entwicklungskonzept als Erweiterungsfläche für den industriellen Kern von ThyssenKrupp-Stahl vorgesehen.

Spätestens 2009 sollen die Kokerei-Reste verschwunden sein. Den Anfang des Abrisses macht am Sonntag die Sprengung der beiden Kamine. "Jeder ist 165 Meter hoch und 4000 Tonnen schwer", erklärt MGG-Projektleiter Konstantin Lehnert. Für die Experten der Sprengfirma Gelderland aus Geldern allerdings kein Problem. Schließlich hat Sprengmeister Hermann Havekost (70) im Laufe seines 50-jährigen Berufslebens schon hunderte Bauwerke - vom Schornstein bis zur Autobahnbrücke - dem Erdboden gleich gemacht. In Dortmund zuletzt u.a. die Gasometer in Eving und Huckarde. Den Kaiserstuhl-Schornsteinen rückt er mit jeweils 25 Kilo Sprengstoff zu Leibe. Am Sonntag, exakt um 11 Uhr, werden sie gezündet. Und wenn alles gut geht, fallend die Riesen genau in ihr vorbereitetes Bett. Oli

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