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Drehkreuz für Billigflieger

DORTMUND Mit Germanwings ist auf der „Startbahn Ruhrgebiet“ mittlerweile der fünfte Billigflieger gelandet. Achim Roggendorf sprach mit Flughafenchef Manfred Kossack.

Befürchten Sie nicht, dass es sich bei dem Geschäft mit den Low-Cost-Carriern um eine große Blase handelt, die irgendwann platzt? Kossack: Nein, das ist keine Blase, die platzt. Ein Ende des Günstig-Booms ist noch nicht in Sicht. Gleichwohl hat der Verdrängungswettbewerb am Himmel begonnen. Geführt wird er über niedrige Preise, auf die sich vor allem die Kunden freuen können.

Sie beobachten den Kampf um die Lufthoheit am Billigflieger-Himmel also nicht mit Sorge? Kossack: Ich denke wir sind im Billigsegment gut aufgestellt. Mir sind zwei, drei gute Kunden lieber als vier oder fünf Todgeweihte.

Wie viele Billigflieger-Passagiere wollen Sie abfertigen? Kossack: Mit mehr als zwei Millionen Passagieren haben wir im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt. Davon hatten zwischen 70 und 75 Prozent der Fluggäste ein Billigflieger-Ticket gelöst. In den nächsten Jahren kann diese Quote auf über 90 Prozent steigen.

Wann wird sich der nächste Billigflieger am Flughafen ansiedeln? Kossack: Mit Germanwings und Sterling nehmen gerade zwei neue Billigflieger Kurs auf Dortmund. Um die kümmern wir uns jetzt erst einmal.

Heißt das, dass Ryanair weiter einen Bogen um Dortmund machen wird, schließlich handelt es sich bei der Airline um den größten Billigflieger Europas? Kossack: Es gibt keine konkreten Planungen, dass Ryanair nach Dortmund kommt. Gleichwohl kann jeder, der bereit ist, Gebühren zu zahlen, auch von hier fliegen.

Das Thema Ryanair ist also noch nicht vom Tisch? Kossack: Nein, das ist es nicht. Die Frage ist aber, ob unsere Kunden mit Ryanair auch fliegen wollen. Die Airline startet gerne von abgelegenen Flughäfen aus. Auch steuert Ryanair vorrangig Wald-und-Wiesen-Flughäfen an. Unser Flughafen liegt aber in einem attraktiven Ballungsgebiet. Und das hat seinen Preis.

Es kommt immer wieder vor, dass Flughäfen unterstellt wird, Low-Cost-Carriern mit illegalen Beihilfen unter die Arme zu greifen. Ich denke da beispielsweise an Charleroi und Ryanair. Haben Sie den Carriern auch etwas gezahlt? Kossack: Bei uns gibt es keine Sonderkonditionen, auch nicht für Billigflieger, und keiner wird benachteiligt. Unser Förderprogramm Neres gilt für alle Fluggesellschaften. Und danach gilt: Wer in Dortmund investiert, wird belohnt.

Um in Dortmund bekannt zu werden, hat easyJet viel Geld in die Werbung gesteckt. Auch Germanwings wird dafür tief in die Tasche greifen. Wie viel haben Sie dazugeschossen/ werden Sie dazuschießen? Kossack: Tatsache ist, dass Airlines in Dortmund nicht nur Rabatte bei den Start- und Landegebühren erhalten – sie bekommen auch Marketingzuschüsse. So zahlen wir 30 Cent bis einen Euro pro Passagier, je nach Zahl der Routen und Fluggäste. Das ist üblich und nicht verboten. Diese Zuschüsse sind Teil unseres Förderprogrammes.Schließlich wirbt eine Gesellschaft zwar für ihre Strecken, aber damit immer auch für den Standort.

Low-Cost-Gesellschaften sind dafür bekannt, dass sie wenig Gebühren zahlen. Kann der Airport von seinem großen Passagierwachstum überhaupt profitieren? Kossack: Trotzdem verdienen wir an jedem Passagier Geld. Denn viele Fluggäste von Low-Costern kommen frühzeitig, um sich einen guten Platz im Flugzeug zu sichern. Die haben Zeit, einkaufen und Kaffee trinken zu gehen. Deshalb werden wir unsere Geschäfte außerhalb des reinen Flughafenbetriebs weiter ausbauen.

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