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Deutsche Lieder vom Abschied, der Natur und dem Tod

Als Sopranistin Caroline Melzer für das Festival «The Next Generation» ausgewählt wurde, war sie gerade dabei, sich einen Namen auf den Opernbühnen zu machen und studierte noch mit ihrer Klavierbegleiterin Anette Fischer-Lichdi bei Irwin Gage. Zu ihrem Liederabend kam die 31-Jährige am Donnerstag als frisch engagiertes festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. Mit einem Liederabend mit einem rein deutschen Programm holte sie ihr Konzert nach, das sie im März absagen musste.

Vielseitig scheint die junge Sängerin noch zu sein. Dass ihr Operette liegt, die sie dann in Berlin wohl häufig singen wird, hörte man in der heiteren der drei Zugaben, dem «Salamander-Lied» von Brahms. Dass sie zum dramatischen Fach tendiert, hat sie als Donna Elvira im «Don Giovanni» in Cottbus, Detmold und Lübeck bewiesen und zeigte das auch in den vier Liedern von Schönberg.

Interessanter ist die lyrische Liedgestaltung von Caroline Melzer. Mit weicher, fließender Stimme fühlte sie sich in die Nachtstimmungen der Abend- und Todeslieder von Brahms ein. Eine nicht allzu große, schöne Liedstimme hat die 31-jährige, und sie ist eine Sängerin, die Texte überaus verständlich deklamiert, das Publikum jede Silbe verstehen lässt - was keine Selbstverständlichkeit mehr bei jungen Sängern ist.

Den fast spätromantisch geprägten Schönberg-Liedern und dem kleinen Jahreszeiten-Zyklus, den sie aus Schubert-Liedern sehr hübsch zusammengestellt hatte, kam das sehr zugute. Mehr zu größerem Volumen aufblühen ließ Caroline Melzer ihre Stimme in den Naturliedern von Brahms am Schluss.

Klavierbegleiterin Anette Fischer-Lichdi arbeitet mit der Sopranistin intensiv zusammen, beide sind ein perfekt aufeinander eingespieltes Duo geworden. Das hörte man vor allem in den Schubert-Liedern, die die drei Jahre jüngere Pianistin sehr sprechend begleitete, die Texte innerlich mitsang, die Stimme wunderbar unterstützte und eigene Akzente setzte. - Ein Glücksfall für eine Sängerin.

Das Festival «Next Generation III» wird am 26. August mit einem Klavierabend von David Kadouch fortgesetzt. Bis 16. Dezember folgen dann die letzten zwölf Konzerte in diesem letzten Festival im Harenberg-Haus. JG

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