Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Das Leben teilen

Sie standen bisher auf der Schattenseite des Lebens: Mutter alkoholabhängig, Vater psychisch krank . . . - so oder ähnlich oder noch schlimmer lauten ihre jungen Biographien. Sie sind offiziell Heimkinder geworden, haben aber jetzt eine Familie, die ihnen Halt gibt.

56 Kinder und Jugendliche zwischen vier und 18 Jahren sind statt in einem Heim in Wohngruppen untergebracht, teilen das Leben mit ihren zwei Erziehern (und deren eigenen Kindern, sofern vorhanden), werden von ihnen rund um die Uhr betreut. «Sie leben wie leibliche Kinder, sind es aber nicht», erläutert Jugenddezernentin Waltraud Bonekamp (Foto), die selbst in jungen Jahren eine Wohngruppe geführt hat, «es ist eine öffentliche Erziehung, aber ein hohes Maß an Privatheit» - geeignet für Kinder, die in ihren eigenen Familien nicht mehr leben können, aber in großen Gruppen nicht zurecht kommen.

18 solcher familienähnlichen Wohngruppen mit bis zu vier Kindern unterhält das Städtische Institut für erzieherische Hilfen (SIEH), eine Einrichtung der stationären Jugendhilfe. Die erste Wohngruppe öffnete 1974, berichtet Institutsleiterin Erika Dreistein, entstanden als Alternative zum Schichtdienst im Kinderheim in Brünninghausen, der den Kindern ständig wechselnde Bezugspersonen zumutete. Nach einem Ratsbeschluss von 2000 wurden die letzten vier Wohngruppen des Heims bis 2003 in je einen Familienverbund verlagert.

Für Carsten Klamt ist die dezentrale Heimerziehung «die beste und schönste Art, Kinder zu erziehen». Der 38-Jährige leitet mit seiner Frau eine Wohngruppe in Mengede, weckt die Kinder am Morgen, frühstückt mit ihnen, empfängt sie wieder zum Mittagessen, hilft bei den Hausaufgaben und sorgt dafür, dass sie nachmittags in (Sport)-Vereine oder zum Konfirmationsunterricht gehen. Das gemeinsame Abendbrot ist eine «Pflichtveranstaltung». Danach Spielen, Lesen oder Fernsehen. So viel Stabilität lässt die Kinder auch noch vorbeischauen, wenn sie mit 18 ausgezogen sind.

«Ein sehr anspruchsvolles Arbeiten», weiß Dezernentin Bonekamp. ko

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Update 10:50 - Nach Unfall mit Lkw

Vollsperrung auf der B236

Dortmund Nach einem Unfall mit einem Lkw ist auf der B236 ein Teil der Strecke in Richtung Lünen gesperrt. Schon ab der B1 müssen Autofahrer mit Stau rechnen.mehr...

23 Menschen in der Nacht evakuiert

Mehrfamilienhaus nach Brand in der Norstadt unbewohnbar

DORTMUND Komplett ausgebrannt ist in der Nacht der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Dortmunder Nordstadt. 23 Bewohner mussten das Haus verlassen - und können auch nicht zurück. mehr...

Obdachloser soll Bußgeld zahlen

Knöllchen für die Nacht auf Dortmunds Straßen

Dortmund Obdachlose müssen in Dortmund Strafe zahlen, wenn sie draußen übernachten. Es gibt zwar Notunterkünfte, doch viele schlafen nur ungern dort. Helfer befürchten, dass die Stadt die Obdachlosen aus der City verdrängen will.mehr...