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Charmeur mit Stimme

Warum der Tenor Hannes Brock in Dortmund ein Publikumsliebling ist? - Weil er Charme, Schalk und Ausstrahlung hat, dazu eine ungemein erfrischende Art, mit den Leuten zu kommunizieren und Anekdoten einzuflechten. Und weil sein Repertoire eine Bandbreite aufweist, die übers Opernfach hinausgeht: Swing, Musical, Country, Songwriter-Material von Bob Dylan, Leonard Cohen, Billy Joel.

Kein Wunder, dass Brocks Liederabend «Anything Goes» (am Dienstag im Schauspielhaus) komplett ausverkauft war. «Das ist ja richtiges ,Liebesperlen'-Feeling , alles rappelvoll», freut sich der Sympathikus auf der Bühne. Er startet mit «I am what I am». «Wir machen das gleich zu Beginn. Dann haben wir's hinter uns und können uns den Rest des Abends entspannen, gell?» Gefühlvoll, aber auch beschwingt und temperamentgeladen ging es weiter. Mal trumpft Hannes Brock im Stil eines Heldentenors auf (»Man of La Mancha»), dann findet er zu Momenten großer Zärtlichkeit: Sterbensschön die Ode an den Seelenverwandten (»True Companion») oder die Totenklage in «Empty Chairs At Empty Tables».

Im Rücken hat Brock eine exzellente Band unter Simone Witt am Flügel. Petra Riesenweber spielt Keyboard und Flöte, Peter Autschbach Gitarre, Bernd Zinsius den Bass, Jan Rohlfing trommelt. Gastauftritte absolvieren Matthias Grimminger (Saxophon) und Claus-Michael Siodmok am Banjo. Das passt wunderbar zu Country-Nummern wie Dolly Partons «Steady As The Rain». Auch Dylans «Blowin' In The Wind» kommt prima an. Obwohl man es nicht spielen dürfe, weil zu abgenudelt, meint Brock. Was auch für «My Way» gelte. Das will er erst singen, wenn er 60 ist. Als Trostpflaster stimmt er «New York, New York» an: Eine von fünf (!) lautstark bejubelten Zugaben. kai

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