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Bohren nach Bergbau-Geschichte

DORTMUND Bunte Pflöcke ragen am Rande des künftigen Phoenix Sees in den Himmel. Kein Kunstprojekt, sondern Erinnerung an die Bergbau-Vergangenheit.

Bohren nach Bergbau-Geschichte

Bunte Pfähle markieren die Bohrstellen, mit denen am Rande des Phoenix Sees nach der Bergbau-Vergangenheit forschen.

Denn jeder Pflock markiert ein Bohrloch, mit dem Experten derzeit alten Flözen und Stollen im Untergrund des früheren Stahlwerks-Geländes nachspüren. Schließlich sollen die künftigen Häuser, am Seeufer auf sicherem Grund stehen.

    Im September hat eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus vier Ingenieurbüros mit der Arbeit begonnen. Inzwischen sind zwölf Bohrgeräte und drei Dutzend Mitarbeiter gemeinsam im Einsatz, erklärt Matthias Strötges von der ARGE Bergbau Phoenix Ost. Schließlich ist die Zeit kostbar und die Ausdehnung des Untersuchungsgebiets hat bereits zu einer Verzögerung im Phoenix See-Zeitplan geführt. „Dafür können wir am Ende jedem Grundstückskäufer mit einem Zertifikat garantieren, dass hier alles sicher ist“, begründet Ludger Schürholz von der Phoenix See-Entwicklungsgesellschaft den besonderen Aufwand.

Schon 4000 Bohrungen

Immerhin sind in den vergangenen drei Monaten schon 4000 Bohrungen gesetzt worden. „Etwa 1500 davon waren auffällig“, verrät Strötges. Jeder Hohlraum wird dann sofort verfüllt – mit Beton. 3800 Kubikmeter bislang. Schließlich sind manche Stollen bis zu zwei Meter hoch und breit.

Die farbigen Pflöcke markieren dann den unterschiedlichen Arbeitsfortschritt, zeigen an, ob ein Hohlraum gefunden oder schon verfüllt wurde. „Erkunden, verfüllen, verpressen und kontrollieren – das sind unsere vier Arbeitsschritte“, sagt Geologe Strötges. Beim Abtasten des fast 100 Hektar großen Geländes helfen alte Grubenbilder und Karten, in denen der vermutete Verlauf der Flöze eingetragen sind. Die Bergaufsicht der Bezirksregierung begleitet die Arbeiten akribisch.

Die müssen nicht zuletzt mit den jetzt wieder angelaufenen Arbeiten zum See-Aushub koordiniert werden. Der Bau des Sees soll so wenig wie möglich gestört werden, betont Schürholz. Da ist es gut, dass sich die Bohrarbeiten auf die künftigen Ufer-Bereiche konzentrieren. Denn der See selbst wird ohnehin bis zu sieben Meter tief ausgebuddelt. So tief wie früher das Emschertal lag – in den Zeiten als auch die Bergleute in Hörde noch aktiv waren.

  

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