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Bilanz mit Fußnote

Nicht nur der privaten Musikwirtschaft, auch den Westfalenhallen sind öffentliche Subventionen für Konzert- und Veranstaltungshallen ein Dorn im Auge. «Für uns als scharf kalkulierende Kaufleute sind manche Veranstaltungen, mit denen erkennbar kein Geld zu verdienen ist, einfach nicht möglich», beklagte Hallen-Chef Dr. Ludwig Jörder (Foto) Wettbewerbsverzerrung durch subventionierten Kongress- und Veranstaltungsbetrieb in anderen Städten.

Aber auch die Diskussion um das neue Freizeitzentrum West (FZW) in der eigenen Stadt sieht Jörder durchaus kritisch - selbst wenn die geplante Konzerthalle mit 1300 Plätzen keine große Konkurrenz für die Hallen seien. Die Größenordnung liegt eher im unteren Bereich unserer Kapazitäten, stellt Jörder fest. Und mit Blick auf Szene-Veranstaltungen seien den Westfalenhallen ohnehin Grenzen gesetzt.

Letztlich ging es Jörder bei der gestrigen Bilanz-Pressekonferenz des Westfalenhallen-Verbunds ohnehin darum, um Verständnis für die vorgelegten Zahlen für das WM-Jahr 2006 zu werben. Denn einem Plus bei Besuchern (2,33 Mio.) und Umsatz (42,6 Mio. Euro) steht unter dem Strich ein Jahresfehlbetrag von 1,9 Mio. Euro gegenüber. Negativ zu Buche schlagen sich dabei die Investitionen u.a. in den Neubau der Halle 3 b. «Infrastruktur-Belastungen, die bei Wettbewerbern häufig durch die öffentliche Hand getragen werden», betont Jörder. Seine Modellrechnung: Wenn die Westfalenhallen Zuschüsse wie vergleichbare Veranstaltungszentren bekämen, läge das Ergebnis für 2006 um 8 Mio. Euro im Plus. Trotzdem, so Jörder, habe sich der Neubau der Halle 3 b gelohnt, die in 2006 auch dank der Fußball-Weltmeisterschaft an 205 Tagen belegt war und Platz für weitere Veranstaltungen in der großen Halle schaffe.

Mittelfristig bescheren die selbst gestemmten Investitionen den Westfalenhallen indes weiter rote Zahlen - mindestens noch in den nächsten drei Jahren, wenn auch mit sinkender Tendenz, wie Jörder prophezeit. Anlass zu Optimismus liefern immerhin die Ergebnisse des ersten Halbjahrs 2007, das mit der Handball-Weltmeisterschaft einen ersten Höhepunkt verzeichnete. Zudem warten im Laufe des Jahres mit der «railtec» und der «Elektrotechnik» zwei weitere ertragreiche Messen. Oli

Die Gesamtbilanz der Westfalenhallen GmbH fußt auf den Geschäftsergebnissen von vier Sparten. Den größten Anteil am Umsatz hat dabei mit knapp 41,5 Prozent das Gastronomie- und Kongressgeschäft, gefolgt vom Messe- (29,3 Prozent ) und Veranstaltungsbereich (18,4 Prozent). Der Olympiastützpunkt Westfalen trug 3,8 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

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