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Bewährung für «Schauspieler»

Was sich am vergangenen Mittwoch schon angedeutet hatte, wurde gestern bestätigt: Die spektakuläre Geiselnahme, die im September vergangenen Jahres nachts in einem Haus an der Braunstraße für Angst und Schrecken sorgte, war von Täter und Opfer nur vorgetäuscht. Sowohl der auf der Anklagebank sitzende 32-Jährige, als auch sein vermeintliches Opfer (34) räumten vor der 31. Strafkammer des Landgerichts kleinlaut ein: «Ja, wir haben das nur erfunden, das war Blödsinn.» Nachdem Polizeibeamte am Tatabend versucht hatten, gegen das «Opfer» einen Haftbefehl zu vollstrecken, hatten beide den Fahndern ein perfektes Schauspiel präsentiert. Unter Drohungen mit einem Messer hatten sie von den Polizisten gefordert, Handfesseln und ein Fluchtauto zur Verfügung zu stellen. Warum? Beide Männer wurden von der Polizei gesucht und wollten wohl eine Festnahme verhindern. Erst als nach mehr als vier Stunden Schauspiel sogar ein Spezial-Einsatz-Kommando angerückt sei, hatten sie schließlich aufgegeben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten gestern zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe auf Bewährung - wegen versuchter Strafvereitelung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Dem «Opfer» - gestern noch nur als Zeuge vor Gericht - droht deswegen ebenfalls noch Ärger: Die Staatsanwaltschaft kündigte gestern die Einleitung eines entsprechenden Verfahrens an. wvb

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