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Abschied eines Arbeiters

Mit Pfarrer Hermann Daniel verabschiedete die katholische Gemeinde St. Joseph am Sonntag einen engagierten Arbeiter für Gemeinde und Stadtteil.

Ein echter Arbeiter ist der Geistliche, der nach 15 Jahren in der Nordstadt-Gemeinde in den Ruhestand geht, immer gewesen. Schon bei Amtsantritt an der Heroldstraße blickte der heute 70-jährige auf eine 16-jährige Laufbahn als Arbeiterpriester zurück. In dieser Zeit hatte der geweihte Priester sein Geld als Kumpel unter Tage verdient und so die Nöte und Probleme der Bergleute hautnah kennen gelernt. «Man hat mich immer gefragt: Willst du die Arbeiter bekehren? Und ich habe immer geantwortet: Nein, ich will die Kirche bekehren», berichtet Daniel. Die Kluft zwischen Kirche und der Lebenswelt vieler Menschen zu überbrücken, war das zentrale Programm seiner Arbeit. So waren die Grußworte, die Gemeindemitglieder und Weggefährten beim Festhochamt sprachen, durchzogen von Lob für Daniels großes soziales Engagement für den gesamten Stadtteil. Pfarrerin Birgit Worms-Nigmann von der evangelischen Markusgemeinde spielte auf seine Gewohnheit an, sich von jedem zum Geburtstag nur «eine Konservendose» zu wünschen. Diese verschenkte er dann in der Dosenausgabe für Bedürftige weiter. Doris Lohmann, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, ließ die Gemeinde selbst zu Wort kommen. «Ist es Pfarrer Daniel gelungen, ihre Herzen aufzuschließen?», fragte sie. Lauter Applaus von den restlos besetzten Bänken war die eindeutige Antwort. Daniel selbst dankte zum Schluss den «vielen Menschen guten Willens», mit denen er rund um die Münsterstraße zusammen gearbeitet habe. Diese Straße wird er an seiner neuen Wirkungsstätte in Warburg wohl besonders vermissen. «Sie ist so dynamisch und vielfältig. Ein echtes Stück Weltkultur», schwärmte er. SEN

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