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Zähne knirschend gezahlt

Dorsten Gerechnet hat Ferdinand Schmitz (Foto) mit einer Lawine von Abmeldungen. Doch die große Flutwelle von Kündigungen, nachdem die Kindergartengebühren erhöht worden waren, blieb aus.

«Wir haben lediglich 20 Ab- und Ummeldungen zu verzeichnen», erläutert der beim Jugendamt zuständige Abteilungsleiter.

Bei insgesamt 2400 Kindergartenkindern in Dorsten ist die Zahl der Jungen und Mädchen, die umgehend von ihren Eltern aus den Einrichtungen herausgenommen wurde, tatsächlich verschwindend gering.

Allerdings weiß das Jugendamt auch, dass manche Eltern die bittere Pille auf besondere Art und Weise verarbeitet haben: «Wir haben unzählige Anrufe erboster Dorstener bekommen, doch vielen konnten wir den Wind aus den Segeln nehmen, weil die Erhöhung der Beiträge nicht von uns ersonnen wurden», sagt Schmitz. Erbost waren Eltern aber auch deswegen, weil die Erhöhung rückwirkend ab 1.1. 2007 in Kraft gesetzt wurde.

So kamen für einige Erziehende erkleckliche Abrechnungen auf den Tisch, die das Familienbudget erheblich belasteten.

Tatsache bleibt indes, dass das Land den Kommunen die Beitragsgestaltung einfach überantwortet hat. In finanzschwachen Kommunen, so wie Dorsten, mussten die Kindergartenbeiträge deshalb weitaus kräftiger erhöht werden als beispielsweise in der Nachbarstadt Haltern.

«Wir haben mittlerweile eine kunterbunte Beitragslandschaft», sieht Ferdinand Schmitz ein Problem. So wurde Dorsten sogar noch von der Nachbarstadt Bottrop getoppt.

Die abgemeldeten Kinder wähnt Schmitz nun in privater Betreuung. Einige Eltern meldeten ihre Kinder zudem aus der Übermittagbetreuung ab. «Wir wissen, dass Eltern privat etwas organisieren wollen. Sollte es allerdings Betreuungsgruppen in größerem Stil geben, müssten wir darüber informiert werden», sagt Schmitz.

Mit vier Jahren rein

Fürs kommende Kindergartenjahr liegen indes noch keine endgültigen Zahlen vor. Die Stadt glaubt jedoch, dass viele Kinder demnächst erst wieder mit dem 4. Lebensjahr die Einrichtungen besuchen werden - mit allen möglichen positiven und negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder. eng

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