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War Gewalt im Spiel oder doch nicht?

Dorsten "Ich schlafe ganz gern mal über den Fall." Richterin Regine Heinz vertagte gestern nach zweistündiger Verhandlung einen durchaus vertrackten Fall, um eine verhinderte Zeugin in zwei Wochen hören zu können.

Dem Vorwurf der zweifachen Vergewaltigung musste sich ein 32-jähriger Dorstener vor dem Amtsgericht stellen. Seine heute von ihm geschiedene 30-jährige Frau hatte im Juni 2006 zu Anzeige gebracht, sie sei am 12. März 2006 in zwei Fällen von ihm vergewaltigt worden. Sie habe Blutungen erlitten, musste vom Frauenarzt behandelt und im Krankenhaus an einem Scheidenriss genäht werden.

Beide früheren Ehepartner wurden im Marokko geboren. Er lebt seit 1979 in Deutschland, heiratete im September 2005 die nun von ihm geschiedene Frau in Marokko. Im Dezember des selben Jahres zog die Frau nach Deutschland. Bei der Schilderung der Vorfälle rund um den 12. März sprach der Angeklagte von einem "netten Abend. Wir hatten Geschlechtsverkehr, aber da war keine Gewalt, gar nichts, Friede, Freude, Eierkuchen". Von Blutungen oder einem Scheidenriss habe er nichts bemerkt und am Sonntagnachmittag sei seine Schwägerin zum Kaffee da gewesen, alles ganz normal. Er sah in der Anklage "die Vorwürfe der Frau, weil ich mich scheiden lassen wollte". Die Strafanzeige habe sie erst im Juni erstattet. "Warum nicht vorher?", fragte er.

Die Schilderung der Betroffenen hörte sich anders an: Er kam nach Hause, war betrunken und ich lehnte ab, mit ihm zu schlafen, weil er betrunken war, übersetzte der Dolmetscher ihre Worte aus dem Arabischen. Er habe sie ins Gesicht geschlagen, mit ihr Sex gemacht und sie habe danach zwei Stunden geblutet. Am nächsten Tag habe er sich entschuldigt und sie habe freiwillig Sex mit ihm haben wollen, als sie Schmerzen bekam, bat sie ihn, aufzuhören. Du hast gar nichts, du hast nur Angst, habe er geantwortet. Sie wollte sich nicht scheiden lassen, wollte ihre Ehe versöhnen, deshalb habe sie erst keine Anzeige erstattet.

Als sachverständige Zeugin schilderte die Frauenärztin, dass der von ihr genähte Scheidenriss auch bei einem Geschlechtsverkehr ohne Gewalt entstanden sein könnte. se

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