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Sehnlichster Wunsch eines Angeklagten: Treckerfahren

Dorsten Liebend gern möchte der 25 Jahre alte Mann Trecker fahren. Das kann er gut. Doch statt seiner Neigung in einem landwirtschaftlichen Betrieb gegen Bezahlung nachzugehen, hat er sich in den letzten Jahren auf Diebstahl, Unterschlagung und Urkundenfälschung spezialisiert. Das Schöffengericht verurteilte den arbeits- und ausbildungslosen 25-Jährigen ohne festen Wohnsitz gestern zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung.

Kaum aus dem Gefängnis entlassen, ohne Hoffnung und Perspektiven, hatte sich der 25-Jährige am 15.12.2006 zum wiederholten Mal dem zugewandt, was er am besten kann: Er lieh sich in einer niedersächsischen Kleinstadt einen Audi A4 Avant - angeblich für eine Probefahrt.

Doch der Händler sah den Wagen erst Tage später wieder. Nachdem der 25-Jährige «Tag und Nacht» in dem Fahrzeug verbrachte hatte, landete er in Dorsten. Zwischenzeitlich hatte er noch die Kennzeichen eines anderen Fahrzeuges geklaut, um sein Probefahrzeug damit zu tarnen. In Dorsten kurvte er am 16.12. nachmittags ziellos herum. Gegen 15.20 Uhr stieß er beim Wenden in einer Einfahrt mit dem Auto eines anderen am Westwall zusammen. Die Unfallbeteiligten wollten die Polizei holen. Da gab der 25-Jährige Gas. Seine Unfallflucht nutzte ihm nichts. Die Polizei nahm in wenig später fest.

Anfang Dezember hatte er in Besenbrück ebenfalls vorgegeben, zur Probefahrt einen Mazda ausleihen zu wollen. Auch mit diesem Wagen machte er sich aus dem Staub, montierte die Kennzeichen eines anderen Autos ab und fuhr so lange mit dem Auto herum, bis es in Essen sicher gestellt wurde.

Kein Verständnis

Die Staatsanwältin hatte für die Taten unmittelbar nach Verbüßung einer Haftstrafe überhaupt kein Verständnis: «Sie sind wegen Unterschlagung, Diebstahl und Urkundenfälschung einschlägig vorbelastet. Da kann man keine Bewährung mehr erwarten.» Das meinte auch das Schöffengericht, wenngleich Richterin Regine Heinz die «missliche Situation» des jungen Mannes berücksichtigte. Den Führerschein verlor er deshalb trotz der Fahrerflucht nicht: «Sie sollen die Möglichkeit haben, nach ihrer Haftentlassung in der Landwirtschaft tätig sein zu können.» eng

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