Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schwungvoll aus sozialer Hängematte

Dorsten/Schermbeck Es lohnt sich zu kämpfen. Birte Rijnsaardt, 24 Jahre alt, ist das beste Beispiel dafür. Noch vor einem Jahr lebte die junge Frau mit ihrem Sohn Lion von Hartz IV. "Hartz IV ist jetzt gegessen", strahlt die frisch gebackene Altenpflegehelferin.

Von der Arbeitslosigkeit bis zum Altenpflegehelferinnenexamen und einem Arbeitsvertrag bei der AWo in Marl musste die allein erziehende Mutter allerdings viele Hindernisse überwinden, um in ihrem Wunschberuf tätig werden zu können.

"Ende 2005 habe ich meinen Lehrgang an der Abendschule abgebrochen, weil Lion, damals ein Jahr alt, meine ganze Aufmerksamkeit forderte", erzählt die Neu-Schermbeckerin. Um seine Betreuung auf solide Beine zu stellen und gleichzeitig einen Ausbildungsplatz oder Lehrgang ergattern zu können, zog Birte Rijnsaardt nach Schermbeck in die Nähe ihrer Mutter.

"Dann habe ich mich im Fachseminar für Altenpflege der Caritas vorgestellt. Der Leiter war zunächst sehr entgegenkommend, sah aber ein Problem darin, dass ich in Schermbeck wohne", erinnert sich die 24-Jährige. Tatsächlich wurde der aus guten Gründen herbeigeführte Umzug von Dorsten nach Schermbeck zum Stolperstein: Die Vestische in Dorsten, nicht mehr zuständig für die Frau, wollte die Kosten für die Ausbildung am Fachseminar nicht übernehmen.

Und die ARGE in Schermbeck konnte keine gleichwertige Schule im Kreis Wesel finden. Gleichzeitig lehnte sie eine Kostenübernahme für eine Ausbildung in Dorsten ab. "Man sagte mir, ich könne wegen meines kleinen Kindes eh nicht arbeiten", ärgert sich Birte Rijnsaardt im Nachhinein über die amtlich angelegten Fesseln.

Schneller Erfolg

In ihrer Not wandte sich Rijnsaardt an die Dorstener Zeitung und erläuterte ihr Dilemma. Unsere Anrufe führten unverhofft zum schnellen Erfolg: "ARGE und das Fachseminar der Caritas fanden plötzlich doch noch einen Weg, damit ich den einjährigen Lehrgang absolvieren konnte!" So nahm Birte Rijnsaardt im Herbst 2006 die Herausforderung an. Eine harte Durststrecke, die "ich ohne meine Mutter, Freunde und das Fachseminar für Altenpflege nicht durchgestanden hätte", bekennt die Examenskandidatin. Doch mit Ehrgeiz und Hartnäckigkeit erreichte die junge Frau ihr selbst gewähltes Ziel. Krönung ihres sehr guten Examens: Eine Sofortanstellung bei der AWo in Marl. Fazit: "Ich freue mich auf die Arbeit!" eng

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ein Voodoo-Fluch mit großer Reichweite

Vater forderte 1000 Euro, um den Fluch aufzuheben

SELM/CASTROP-RAUXLE/DORSTEN Ein Voodoo-Schwur, der über 4700 Kilometer wirken soll, und ein Vater, der gnadenlos am Schicksal seiner Tochter mitverdient haben soll: Mit neuen Details ist am Freitag der Prozess um Menschenhandel und Zwangsprostitution fortgesetzt worden.mehr...

Kind spielte mit benutzter Spritze

Stunden der Angst nach Spritzenfund in Dorsten

Dorsten Ein kleines Kind hat in Dorsten stundenlang mit einer gebrauchten Thrombose-Spritze gespielt. Die Mutter fürchtete zunächst eine ernsthafte Infektion – und ärgert sich über einen offenbar gedankenlosen Patienten.mehr...

Deutsche Glasfaser will für schnelles Internet sorgen

Wer in Wulfen und Deuten will den Breitband-Ausbau?

Wulfen/Deuten Nach Lembeck, Rhade und Östrich möchte die Deutsche Glasfaser auch in Alt-Wulfen (einschließlich Westabschnitt) und Deuten für schnelles Internet sorgen. Bald startet die Nachfragebündelung für den Breitband-Ausbau.mehr...