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Archäologen graben auf der Hardt

Scherben aus dem Mittelalter liegen im Ackerboden

Hardt Mitarbeiter der LWL-Archäologie für Westfalen sichern bis zum Ende dieser Woche historische Spuren auf der Ackerfläche hinter Fuchspass und Ottersteig, das für eine Erweiterung des Wohnbaugebietes vorgesehen ist.

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Diese irdene Scherbe, vom gebogenen Rand eines mittelalterlichen Kugeltopfes, fand der Grabungstechniker im Dorstener Erdreich.

Mit Tachymeter und Spiegel dokumentieren Sebastian Bos, Grabungstechniker in der Fortbildung, und Schulpraktikant Tom Overbeck das Ausgrabungsgelände.

Die dunklen Verfärbungen im Boden weisen eindeutig darauf hin, dass hier im Mittelalter ein Grubenhaus mit Eingangsbereich gestanden hat.

Nach genauen Anweisungen des Grabungstechnikers Wilfried Schneider lässt der Baggerführer die Schaufel vorsichtig den Oberboden abtragen.

Scherben von mittelalterlichem Gebrauchsgeschirr, frühzeitliche Feuersteinreste, Metallobjekte, Steine aus alten Feuerstellen und weitere Funde aus einer Zeitspanne von ca. 5000 vor bis 1200 nach Christi Geburt haben ehrenamtliche Sondengänger und LWL-Mitarbeiter schon aus dem Erdreich geborgen.

„Diese stammt von dem Rand eines mittelalterlichen Kugeltopfes“, hält Schneider eine gebogene irdene Scherbe in der Hand, die als winziger Mosaikstein das Bild vom mittelalterlichen Leben auf dem Land ergänzt: „Die Bauern waren arm, Selbstversorger, sie freuten sich, wenn sie ihre Kinder ernähren konnten und älter als 35 Jahre wurden“, zeichnet Schneider das Bild einer Familie, die ein karges Dasein fristete. Mit Gold, Edelsteinen oder anderen spektakulären Schätzen ist auf dem Ackergelände hinter der St.-Ursula-Realschule also nicht zu rechnen. Deutlich sind auch die dunklen Verfärbungen im Erdreich erhalten, die auf ein Grubenhaus schließen lassen: „Hier wurde gearbeitet. Vielleicht stand ein Webstuhl in dem Haus“, mutmaßt Wilfried Schneider.

In regelmäßigen Abständen gräbt der Hydraulikbagger systematisch Schnitte in das Gelände, um die Bodendenkmäler in ihrer Ausdehnung und Bedeutung zu erfassen. Ein routinemäßiges Vorgehen bei einer Prospektion, wie die Voruntersuchung von historischen Stätten genannt wird. „Uns liegen schon lange Funde vor, die auf eine frühzeitliche Siedlung an dieser Stelle schließen lassen“, berichtet der zuständige Archäologe Bernhard Stapel. Bei Bauvorhaben auf aktenkundigen Arealen werde vorschriftsmäßig die archäologische Abteilung hinzugezogen, die Funde und Bodenbefunde sichern, datieren, kartieren und dokumentieren müsse, bevor ein erster Spatenstich erfolgen könne. „Haben wir alles zusammengetragen, erstellen wir ein Gutachten, auf dessen Grundlage nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Investor gesucht wird“, erklärt Stapel das übliche Prozedere.

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Diese irdene Scherbe, vom gebogenen Rand eines mittelalterlichen Kugeltopfes, fand der Grabungstechniker im Dorstener Erdreich.

Mit Tachymeter und Spiegel dokumentieren Sebastian Bos, Grabungstechniker in der Fortbildung, und Schulpraktikant Tom Overbeck das Ausgrabungsgelände.

Die dunklen Verfärbungen im Boden weisen eindeutig darauf hin, dass hier im Mittelalter ein Grubenhaus mit Eingangsbereich gestanden hat.

Nach genauen Anweisungen des Grabungstechnikers Wilfried Schneider lässt der Baggerführer die Schaufel vorsichtig den Oberboden abtragen.

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