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Großprojekt des Heimatvereins Gahlen

Sägegatter soll an der „Ollen Schuer“ stehen

Gahlen Das Sägegatter der ehemaligen Gahlener Stellmacherei Gilhaus soll künftig auf dem Gelände des Museums „Olle Schuer“ an der Bruchstraße ausgestellt werden. Doch dafür sind viele vorbereitende Arbeiten nötig.

Sägegatter soll an der „Ollen Schuer“ stehen

Zum Museum „Olle Schuer“ an der Bruchstraße wird schon bald ein großes Sägegatter gehören, das bis 1965 in der Gahlener Stellmacherei an der südlichen Kirchstraße in Betrieb war. Der HV-Vorsitzende Jürgen Höchst dankte dem Vermessungsingenieur Lothar Huld und der Vermessungstechnikerin Ines Isselhorst (v.l.) für die Vermessungsarbeiten am Sägegatter der Familie Gilhaus. Foto: Foto: Helmut Scheffler

Mit der Übergabe des Sägegatters durch Angelika Gilhaus an den Gahlener Heimatverein geht ein 27-jähriges Bemühen zu Ende, ein Zeugnis alten Handwerks für das Lippedorf zu bewahren. Johann Gilhaus und seine Frau Elise (geb. Walbrodt) begannen 1924 mit dem Aufbau einer Schreinerei. Ihr Sohn Johann Gilhaus trat in die Fußstapfen des Vaters. Schon als Jugendlicher war er eng an den Betrieb gebunden und schlief sogar dort. Zur Werkstatt gehörte ein im Nebenraum stehendes Sägewerk. Mit einem mächtigen Sägegatter konnten Baumstämme in Bretter zerlegt werden. Ursprünglich wurde dies über eine dampfgetriebene Lokomobile in Bewegung gesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie durch einen Elektromotor ersetzt.

Bis 1965 war das Sägewerk der Stellmacherei Gilhaus in Betrieb. Johann Gilhaus arbeitete noch bis Mitte der 1970er-Jahre im Betrieb. Danach benutzte sein Sohn Joachim Gilhaus die Werkstatt als Hobbyraum.

Film gezeigt

Als am 28. Februar 1991 Reiner Endemann, Hans Höchst und Helmut Rademacher im Gemeindehaus einen Film aus den Jahren 1963 und 1964 zeigten, gehörte Joachim Gilhaus zu den Zuschauern und war überrascht, als er die Stellmacher-Werkstatt seines Vaters und Großvaters entdeckte. Im Gegenzug erfuhr der Heimatverein, dass die Werkstatt noch vorhanden war. Nach einer Besichtigung der Werkstatt im März 1991 stand für die Heimatvereins-Vorstandsmitglieder Gustav Ruloff, Hans Höchst und Helmut Rademacher fest: „Das wollen wir für Gahlen erhalten.“ Die Bemühungen des Heimatvereins, in Gesprächen mit der Schermbecker Gemeindeverwaltung die Finanzierung des geplanten Museums zu klären, scheiterten aber.

Nach dem Bezug des eigenen Museums „Olle Schuer“ ab 2011 entstand die Idee, Werkstatt und Sägegatter zu übernehmen. Angelika Gilhaus stimmte zu – unter der Bedingung, dass die Übernahme spätestens im Jahre 2018 erfolgen müsse. Seit Sommer 2017 wurde die Werkstatteinrichtung zum neuen Ort gebracht.

Hohe Kosten

Das Sägegatter passt nicht ins Museumsgebäude. Es soll daher ein separater Unterstand auf der bisherigen kleinen Wiese südwestlich des Museumsgebäudes errichtet werden. Im Frühjahr wollen Ehrenamtliche die Bauarbeiten beginnen, für die Dirk Nötzelmann die Statik erstellte. Die Kosten schätzt der Vorsitzende Jürgen Höchst auf insgesamt 15.000 bis 20.000 Euro. Die NRW-Stiftung hat Mittel zugesagt. Die Anfang 2016 beantragte Übernahme der Kosten für die Fundamente hat die Ton-Stiftung Nottenkämper neulich bewilligt.

Der Gahlener Vermessungsingenieur Lothar Huld und die Dorstener Vermessungstechnikerin Ines Isselhorst haben die Vermessungsarbeiten durchgeführt. Um am neuen Standort die bisherigen Verhältnisse möglichst genau darstellen zu können, mussten von etwa 300 Messpunkten die 3-D-Koordinaten mit einem elektrooptischen Entfernungsmesser bestimmt werden. Daraus erstellt Lothar Huld eine CAD-Grafik, die dem Architekten Friedhelm Vengels für die Planung übergeben wird. Wenn keine Probleme auftreten, soll das Sägegatter beim Tennenfest am 29. Juli erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.

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