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Interessantes Hobby

Rudolf Albrecht bastelt bekannte Gebäude aus Karton nach

Holsterhausen Elektroniker, Musiker, Web-Designer - Rudolf Albrecht (60) aus Holsterhausen hat viele Talente. Doch für eine Sache schlägt sein Herz noch viel höher: der Kartonmodellbau, also das maßstabsgetreue Nachbauen von Gebäuden und Landschaften mit Karton.

Rudolf Albrecht bastelt bekannte Gebäude aus Karton nach

Rudolf Albrecht ist stolz auf seine Arbeit, hier mit einem Nachbau der Augustaschule.

Gekommen ist er auf sein kunstvolles Hobby durch seinen Spaß an Modelleisenbahnen.

So richtig habe er es aber bis heute nicht geschafft, sich eine komplette Schienen-Landschaft anzuschaffen, erzählt der Dorstener. Das sei aber auch nicht mehr so wichtig, der Kartonmodellbau habe ihn an dem Ganzen sowieso immer am meisten gereizt. Besonders interessiert ist er an Bauwerken in seiner Umgebung.

Zum Schulfest

So hat er erst im Mai zum Schulfest der Augustaschule dieses Gebäude nachgebaut. Auf die Idee hat ihn seine Tochter gebracht, als die beiden auf einem Spaziergang an ihrer alten Schule vorbei gekommen sind. Von Fahrradständern bis zu den Spiegelungen in den Fenstern findet man in dem Modell jedes Detail der Grundschule wieder. „Das gibt es aber nicht alles fertig zu kaufen, für einige Kleinigkeiten musste ich mir richtig was einfallen lassen“, sagt Albrecht. So hat er für die Basketball-Körbe Bügelperlen umfunktioniert und für eine Außentreppe wurden Streichhölzer in Form gebracht.

Mini-Version der Augustaschule

An der Mini-Version der Schule, auf der schon drei Generationen seiner Familie eingeschult wurden, hat der EDV-Fachmann sieben Wochen gearbeitet. Von den Gesprächen mit der Stadt, den Abmessungen bis hin zu dem Zurechtstellen der kleinen Figuren war es ein weiter Weg – und ein teurer. „Für ein so großes Modell habe ich Materialkosten von 300 bis 350 Euro. Und dazu die unzähligen Arbeitsstunden.“ Trotzdem: Einige Aufträge hat der 60-Jährige schon bekommen. Und auch als Geschenk an Freunde und Bekannte konnte Albrecht mit seinen kleinen Kunstwerken schon begeistern.

Rhade Michael Heidermann, Unterbrandmeister der Rhader Feuerwehr, hat sich dem Modellbau verschrieben. Dabei baut er aber nicht nur Fahrzeug-Modelle oder Gebäude, sondern stellt ganze Unfall-Szenarien nach.mehr...

Sein erstes Modell baute der Dorstener schon 1999. Die Idee kam ihm im Zusammenhang mit seinen Modelleisenbahnen. Die Stadtwaage von Dorsten sollte seine Premiere sein. Seitdem sind viele Jahre vergangen, und viele Modelle füllen seitdem sein Haus in der Gartenstraße. Viele habe er auch schon verschenkt. Ob er damit seinen Lebensunterhalt verdienen kann? „Bisher noch nicht, aber das ist natürlich das Ziel. Auch auf einer der Modell-Börsen wäre ich gerne einmal selbst vertreten.“

So schön sind die Modelle aus Karton

Auch die Lebensgefährtin von Rudolf Albrecht hilft beim Kartonmodellbau mit.
Vor jedem fertigen Modell steht zunächst ein Prototyp. Bei dem flachen Modell sind zunächst die Proportionen wichtig.
Die Modelle kann man in verschiedenen Maßstäben bauen, hier das Schermbecker Strommuseum.
Anhand des Glückauf-Grills misst Rudolf Albrecht die Maßstäbe ab.
Die Augustaschule in Hervest.
Besser als jedes Erinnerungsfoto - der Nachbau von Gebäuden, mit denen man eine Geschichte verbindet.
Rudolf Albrecht ist stolz auf seine Arbeit, hier mit einem Nachbau der Augustaschule.
Am liebsten würde Rudolf Albrecht den ganzen Tag an seinen Modellen arbeiten.
Und noch einmal die Augustaschule.

  

Bisher kauft er dort nur sein Werkzeug und das Material ein. Bastler-Skalpell, Pinzette und Alles-Kleber – mit diesen Mitteln schafft der Web-Designer Mini-Versionen von bekannten Dorstener Bauten. Über die Jahre sind da einige Nachbauten zustande gekommen, wie das kleinste Strommuseum der Welt in Schermbeck oder das Bahnhofsgebäude der Haltestelle Dorsten.

Noch genug Ideen

„Wenn ich mir die Modelle von vor fünf Jahren anschaue, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht“, resümiert der 60-Jährige. Doch auch wenn er bei einigen Projekten Probleme bei dem verkleinerten Nachbau hatte, aufgegeben oder gar eins weggeschmissen habe er nie. Für die nächsten 25 Jahre habe er genug Ideen im Kopf, sagt der leidenschaftliche Bastler und lächelt. Die Wichernschule ist ein Projekt, an dem er momentan sitzt. Der Flachbau ist bereits fertig. Es steht zwar noch nicht fest, ob die Schule geschlossen wird. Aber ein schönes Andenken ist ihr Nachbau allemal.

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