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Orgelherbst klingt gut an

Dorsten Es war eine hervorragende Idee des Organisten Hans-Jacob Gerlings, den 25-jährigen Jahrestag der Breil-Orgel von St. Agatha musikalisch zu feiern.

Und dazu einen so hervorragenden Organisten wie Victor Scholz als Gast einzuladen, gab der Veranstaltung am Sonntag Nachmittag einen hohen Stellenwert.

Maßgeblich war dafür ein außerordentliches Programm beteiligt, dass die klangliche Bandbreite der Orgel des Dorstener Orgelbauers Breil mit ausschließlich französischen Kompositionen ausschöpfte. Schon der Beginn mit dem Choral "Was Gott thut, das ist wohlgetan" von Alexandre Guilmant, lockte mit dunkel registrierten Kontrasten zu intensivem Zuhören. Ebenso aufrüttelnd, da ziemlich ungewohnt, zog der Choral No. 3 in a-moll von César Franck in den Bann musikalischer Prozesse. Die Verbindung barocker Elemente mit harten harmonischen Spannungen spiegelte die musikalische Kühnheit dieser Komposition wider, die von Victor Scholz gerade- zu demonstrierend hörbar gemacht wurden.

Faszinierendes Volumen

Ganz im Gegensatz dazu entführten weiche Klänge in "Clair de Lune" von Louis Vierne in fast vertrauliche unwirkliche Räume, die im zweiten Teil der Komposition umso heftiger kontrastiert wurden. Der Bezug zu "Hymne au Soleil" mit seinen schweren rhythmischen Prozessen war allerdings nur mühsam herzustellen. Dennoch blieb die Faszination über das reichhaltige, klangliche Volumen dieser Orgel.

Victor Scholz entzündete aus diesen, mit Schwierigkeiten dicht gestaffelten Kompositionen, wie in der "Suite Évocatrice" op. 74 von Charles Tournemire und vor allem im Schlusswerk von Henry Mulet ein sprühendes Feuerwerk technischer wie klanglicher Ereignisse, die den Raum der St. Agatha Kirche mächtig mit französischem Kolorit füllten.

Ein bewegendes Musikereignis, das den stürmischen Beifall verdient hatte.

Volker Wiltberger

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