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Neues Leben in alten Mauern

Schermbeck Was kann man als Landwirt mit Gebäuden machen, die für den Produktionsprozess nicht mehr benötigt werden?

Mit Antworten auf diese Frage befasste sich Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung im Schermbecker Begegnungszentrum, zu welcher Bürgermeister Ernst Christoph Grüter mehr als 100 Landwirte der Kommunen Hamminkeln, Hünxe, Raesfeld und Schermbeck sowie der Kreise Borken und Wesel begrüßte.

Mit der Landwirtschaftskammer Rheinland und der Bezirksregierung Düsseldorf teilen die Kommunen und Kreise das Anliegen, durch die Umnutzung leer stehender Gebäude ortsnahe Arbeitsplätze zu schaffen und dabei das Bild der Kulturlandschaft zu erhalten.

Finanzielle Förderung

«Etwa 1500 landwirtschaftliche Gebäude stehen im Kreis Wesel leer», stellte Michael Düchting als Leiter der EntwicklungsAgentur Wirtschaft Kreis Wesel und als Moderator der Veranstaltung fest.

Martina Reuber und Maria Frerick von der Landwirtschaftskammer Rheinland und Christine Markert von der Bezirksregierung stellten das finanziell geförderte Projekt der Gebäudeumnutzung vor. Danach unterstützt das Dezernat 69 der Bezirksregierung aktive Landwirte bei der Umnutzung mit einem Zuschuss zwischen 15 und 25 Prozent der Nettokosten, maximal mit 100 000 Euro. Für die Umnutzung zu Wohnraum gibt es eine zehnprozentige Förderung bis maximal 50 000 Euro. Die Förderung ist abhängig vom Einkommen der Landwirte. Während der letzten drei Jahre darf das Einkommen gemäß Steuerbescheid im jährlichen Durchschnitt nicht höher als 90 000 Euro gewesen sein.

Die Landwirte Ludger Bissels aus Sevelen und Fritz van de Loo aus Goch zeigten anhand ihrer eigenen Maßnahmen, wie die Praxis der Umnutzung als Schreinerei oder als Fahrschule aussehen kann.

Die baurechtliche Würdigung von Gebäudeumnutzungen übernahm Heinz-Dieter Brinkmann, der in der Kreisverwaltung Wesel als Sachgruppenleiter für die Bauaufsicht zuständig ist. «Es muss eine gute Bausubstanz vorhanden sein», stellte Brinkmann fest und ergänzte, «die äußere Gestalt darf nicht wesentlich verändert werden.»

Die landwirtschaftliche Nutzung dürfe im Allgemeinen nicht vor mehr als sieben Jahren aufgegeben worden sein. Die Kreisverwaltung bietet Interessenten eine kostenlose Bauberatung an. Dabei könne geprüft werden, ob das jeweilige Bauvorhaben Erfolg versprechend ist. H.Sch.

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