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Kapitänsgefühle im Solarboot

Dorsten/Marl Es gleitet fast lautlos übers Wasser. Auf ihm finden bis zu zehn Menschen Platz. Sein Antrieb ist absolut umweltschonend: Die werkstatt brassert in Marl hat ihr erstes Solarboot in Betrieb genommen und im Dorstener Yachthafen stationiert - ein Vorzeigeprojekt in mehrfacher Hinsicht.

«Das hat es hier bisher noch nicht gegeben», sagt Rolf Hentschke, Geschäftsführer der werkstatt brassert stolz. Damit hat er durchaus Recht. Zum einen ist hier ein Solarboot vom ersten Strich auf dem Reißbrett bis hin zur Taufe auf dem Kanal komplett in Eigenregie entstanden. Zum anderen steckt auch ein wichtiger sozialer Aspekt dahinter. Die Bootsbauer sind nämlich allesamt Jugendliche, die mit diesem Projekt ihren Hauptschulabschluss nachgeholt haben. Geschafft haben sie den Abschluss alle.

Unterstützung dafür gab es von vielen Seiten: Die Vestische Arbeit, das Wasser- und Schifffahrtsamt Dorsten und die Marler Volkshochschule «die insel» haben an dem Projekt mitgewirkt. Zum Abschluss gab es nun eine kleine Party rund um die Bootstaufe. Am Kanal im Gewerbegebiet Dorsten wurde der Kahn das erste Mal zu Wasser gelassen. Bei strahlendem Sonnenschein brauchte auch niemand Angst zu haben, mit dem Boot mitten auf dem Wasser stehen zu bleiben.

In Zukunft soll das Solarboot an die Mitarbeiter der werkstatt brassert vermietet werden. Vier Personen können darauf schlafen, es gibt einen Gasherd, eine Spüle und sogar eine kleine Toilette. Das Schöne an der Solartechnik: Das Boot hat eine so niedrige Höchstgeschwindigkeit, dass der Kapitän keine spezielle Fahrerlaubnis dafür benötigt. Stefan Korte

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