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Westfalen-Apotheke schließt nach 66 Jahren

Internethandel und Auflagen sorgten für das Aus

Dorsten-Holsterhausen Ein Stück Holsterhausener Apothekengeschichte ist fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit zu Ende gegangen.

Internethandel und Auflagen sorgten für das Aus

Apotheken-Gründer Werner Steffen und Frau Epping in den Räumlichkeiten an der Annettestraße. Foto: privat

Von Martin Jaster

Apotheken-Inhaberin Doris Steffen sah sich aus verschiedenen Gründen nach langer Zeit wechselnder Überlegungen gezwungen, den Mietvertrag der Westfalen-Apotheke zum 31. Juli zu kündigen.

Die Westfalen-Apotheke, seit dem 2. Januar 1952 immer unter dem Namen Steffen geführt, war die erste, die nach dem Krieg aufgrund wachsender Bevölkerung westlich und östlich der Borkener Straße in Holsterhausen eröffnet wurde.

Konzession

Werner Steffen, wie seine spätere Schwiegertochter Doris ein echtes Berliner Kind, erhielt nach Umwegen über Osnabrück und Wanne-Eickel vor 66 Jahren die Konzession, in den Nebenräumen der damaligen Gaststätte „Rittereck“, heute das Central-Kino, seinen Beruf als Apotheker ausüben zu dürfen. 1956 baute er auf dem zuvor erworbenen Grundstück an der Annettestraße 2 ein Haus für die Apotheke und als Wohnraum für seine junge vierköpfige Familie. 1971 folgte der zweite Umzug des Geschäftes in die jetzigen Räumlichkeiten an der Borkener Straße 151 – vor dieser Zeit eine Gaststätte, wovon es zu der Zeit einige in Holsterhausen gab.

Als Werner Steffen mit fast 70 Jahren starb, wurde seine Schwiegertochter Doris in sehr jungen Jahren zur Pächterin. Ein fester Kundenstamm entwickelte sich in den 1970er-Jahren unter anderem darum, weil in den vorherigen Räumlichkeiten an der Annettestraße ein Hausarzt ansässig wurde. So hatten die Patienten nur einen kurzen Weg, um an ihre Medikamente zu kommen.

Doris Steffen benennt für die letzten Jahre in erster Linie den Internet-Handel als Grund für sinkende Einnahmen. Zudem wurde ihr schon seit einiger Zeit von der Aufsichtsbehörde für Apotheken zur Auflage gemacht, einige Umbaumaßnahmen gemäß strengerer Vorschriften vorzunehmen. Der bisherige Kundenstamm brach dann endgültig weg, als im letzten Jahr die Arztpraxis in der Annettestraße in einen Neubau an der Freiheitsstraße umzog.

Wie eine Familie

Ihr letztes Team mit drei Angestellten beschreibt Doris Steffen wie eine Art Familie, die nach dem Tod ihres Mannes vor 20 Jahren besonders eng zusammengerückt war. Zwei von ihnen sind bereits in benachbarten Apotheken untergekommen. Sie selbst wird in ihren letzten Jahren bis zur Rente als Teilzeitkraft für die Bonifatius-Apotheke tätig sein. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!“, hatte Udo Jürgens mit voller Inbrunst gesungen, mit 66 Jahren ist das Kapitel „Westfalen-Apotheke“ nun in Holsterhausen geschlossen worden.

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