Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Tragisches Unglück in Bayern

Holsterhausener (51) hat den Sturz nicht überlebt

Holsterhausen/Bad Tölz Seit Dienstag letzter Woche (9.9.) wurde ein 51-jähriger Holsterhausener vermisst, der von einer Bergwanderung in der Nähe von Bad Tölz/Lenggries in Oberbayern nicht zurückkehrte. Am Dienstag (16.9.) wurde er tot aufgefunden.

Es klingt schon fast tröstlich, wenn Simon Schauer, Leiter des Einsatzes der Polizei in Bad Tölz, sagt: „Es ist davon auszugehen, dass der Verunglückte schon den Sturz nicht überlebt hat.“ Damit wäre der 51-jährige Mann aus Holsterhausen, der seit dem 9. September nach einer Bergwanderung in Oberbayern vermisst wurde, schon mehr als eine Woche tot gewesen, als er am Dienstag gefunden wurde. Acht Tage nach dem Verschwinden des Junggesellen aus Holsterhausen, der in Bad Tölz Urlaub machte und als erfahrener Wanderer galt, gingen Polizei, Bergwacht und jetzt auch Angehörige der Bundeswehr noch einmal mit ganz großer Besetzung in das Gebiet, das sie zuvor über die Ortung des Handys des Verstorbenen als wahrscheinliches Unglücksterrain ausgemacht hatten. „Ein Funkstrahl wies auf das Gebiet unterhalb der Benediktenwand hin“, so Schauer.

„Allerdings ist das Gebiet sehr unwegsam und steil.“ So konnten die sieben eingesetzten Hunde kaum etwas ausrichten. Gefunden wurde die Leiche von einem der beiden Hubschrauberpiloten. Die Unglücksstelle war vom Boden aus nicht einsehbar. „Der Verletzte, der am Dienstag letzter Woche in einen Hagelsturm am Berg gekommen war, steckte kopfüber in einer Felsrinne und hatte starke Kopfverletzungen sowie erhebliche Verletzungen am Becken und den Oberschenkeln. Es gab keine Anzeichen, dass er selbst versucht hätte, sich aus der Lage zu befreien. Deshalb gehen wir davon aus, dass er schon verstorben war, als er in der Felsrinne aufschlug.“ Zwischen der vermuteten Absturzstelle und dem Fundort liegt eine über 50 Meter steil abfallende Felswand.

„Es gibt manchmal sehr makabere Zufälle“, so Schauer weiter. Kurz vor dem Fund des Holsterhauseners entdeckten die Suchmannschaften in der Nähe der Achselköpfe, die unweit der Benediktenwand liegen, eine zweite Leiche, die anhand von Papieren als ein 61-jähriger Münchner identifiziert wurde. Der Mann galt seit Juni 2013 - ebenfalls nach einer Bergwanderung - als vermisst.

„Die Hoffnung wird natürlich mit jeder Stunde, die vergeht, geringer.“ Simon Schauer, Sprecher der ermittelnden Polizeiinspektion Bad Tölz, klingt nicht mehr optimistisch, wenn er über der 51-jährigen Holsterhausener spricht. Am Wochenende wurde erneut intensiv nach dem sportlich durchtrainierten Urlauber gesucht. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt, der aber witterungsbedingt wieder landen musste.

„Wir haben erneut versucht, die Funkzelle des Handys zu orten. Aber offensichtlich ist das Handy mittlerweile leer.“ Fest steht, dass sich der Dorstener am Dienstagnachmittag eine Karte der Bergbahn kaufte und vom Brauneck aufwärts fuhr. Oben wurde er von einem Hagelgewitter überrascht. Schauer: „Anzunehmenderweise hat er sich dann einen Schutz gesucht. Wenn er dann aber - beim Gewitter - einen Abstieg versucht hat, wird es vor allem dann gefährlich, wenn er den Weg verloren haben sollte.“ Am Dienstag (16.9.) soll erneut mit Polizei, Bergwacht und zwei Hubschraubern gesucht werden – wenn es die Witterung zulässt.

Der Mann war zu einer Wanderung vom Brauneck in Richtung Benediktinerwand aufgebrochen und wurde unterwegs – so berichtete der Tölzer Kurier – von einer Schlechtwetterfront überrascht. Während eine andere Wandergruppe bei einem Gewitter mit Starkhagel einen Alternativabstieg suchte und fand, blieb der 51-Jährige verschwunden. Seine Hauswirtin, bei der der Urlauber wohnt, meldete ihn daraufhin am Mittwochvormittag als verschollen. Seitdem suchen Mitglieder der Bergwacht und der Polizei nach dem Mann. Der Einsatz eines Hubschraubers war wegen des schlechten Wetters allerdings nicht möglich.

Die Polizei hat nach der Auswertung der Handydaten Anhaltspunkte, wo sich der Dorstener zuletzt aufgehalten haben könnte. „Wir haben eine Funkzellenauswertung vorgenommen“, so der zuständige Sachbearbeiter der Tölzer Polizei, Simon Schauer, im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. „So konnten wir, zumindest ganz grob, feststellen, wo der Mann sich befand, als sich sein Handy zum letzten Mal ins Funknetz einloggte. Das war am Dienstagnachmittag gegen 16.40 Uhr im Bereich Probstenwand/Enzianhütte.“ Dort sucht die Bergwacht seither verstärkt – bislang allerdings ohne Erfolg. Hoffnung setzen Polizei und Bergwacht allerdings auf die körperliche Konstitution des 51-Jährigen: „Der Mann ist körperlich fit“, so Schauer. Die Suche wurde auch am Wochenende intensiv fortgesetzt.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rundgang durchs Verwaltungsgebäude

Rathaus soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Dorsten Dorstens Rathaus ist ein "Sahnestück". Das sagen Architekten und Denkmalschützer. Es soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ratsmitglieder konnten beim Rundgang am Dienstag nur staunen, als ihnen Besonderheiten der Baukunst der 1950er-Jahre präsentiert wurden.mehr...

Dorsten Eltern gehen auf die Barrikaden, weil im Gymnasium Petrinum vieles im Argen liegt. Jetzt kommt möglicherweise Bewegung in den Sanierungsstau. Aber Schüler und Lehrer sollen auch in die Pflicht genommen werden.mehr...

Dorsten Kurz nach Schuljahresbeginn hatte die Stadt eine „Blechlawine“ an der Bonifatiusschule sowie am Schulzentrum Pliesterbecker Straße festgestellt und Kontrollen gemacht. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.mehr...