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Qualität ließ zu wünschen übrig

"Gregorian Voices" waren eine Enttäuschung

Hervest Die "Gregorian Voices" gastierten am Mittwochabend in der Kreuzkirche - und waren eine herbe Enttäuschung.

"Gregorian Voices"  waren eine Enttäuschung

Die acht Sänger der "Gregorian Voices" in Mönchskutten boten ein A-cappella-Programm aus Renaissance-Motetten und Pop-Meldodien.

Der Schein vieler Kerzen taucht die Kreuzkirche am Mittwochabend in ein warmes Licht, zudem ist der Altarraum in gedämpftem Violett ausgeleuchtet – die Bühne ist bereitet für einen mystischen Abend mit den „Gregorian voices“ – den Stimmen der Mönche aus dem Mittelalter.

Kutten erinnerten an Karnevalskostüme

Die acht Sänger, laut Programm aus Bulgarien, treten schweigend vor die Notenständer, die Kapuzen tief in das Gesicht gezogen. Dass die Kutten eher an Karnevalskostüme erinnern, der weiße Strick um die Taille keine obligatorischen drei Knoten für „Gehorsam“, „Armut“ und „Keuschheit“ aufweist, ist weiter nicht schlimm, dass aber das angestimmte „Ave Maria“ gewaltige intonatorische Mängel bietet, ist eine herbe Enttäuschung gleich zu Beginn. Die gesamten Motetten der Renaissance, die das Ensemble im ersten Teil des Konzertes den rund 270 Zuhörern vorstellt, sind schlicht eine Überforderung für die Männer.

Es fehlte an Präszision

Da fehlt es an Präzision im Kontrapunkt, an Reinheit in den Kadenzen und an der Stütze bei lang gehaltenen Noten. Werke von Heinrich Schütz, Giovanni Pierluigi da Palestrina oder Josquin des Prez singen sich nicht einfach so vom Blatt, auch nicht von professionellen Künstlern. Mit „Gospodin Pomilui“ beweisen die Herren nämlich, dass sie dies sehr wohl sind. Vertraut und sicher klingt das russische Gebet, mit einem hervorragenden tiefen Bass, dass der Zweifel aufkommt, ob es sich hier nicht um als Mönche verkleidete Kosaken handelt. Nach der Pause bieten die „Gregorian Voices“ ihre Interpretation von bekannten Melodien der Unterhaltungsmusik.

A-cappella-Arrangements sind in Mode

A-cappella-Arrangements dieser Art sind in Mode, zahlreiche „Boy-Groups“ dieser Richtung gibt es, sodass die „Ordensbrüder“ hier keine Innovation bieten. Sie sind nicht einmal besonders interpretationsstark, wenn auch sicherer im Gesang als bei der Alten Musik. Kleine Lichtblicke hier und da, wie der Bariton bei „Knocking on heaven’s door“ mit rockiger Stimmfärbung oder ein bis dahin unauffälliger Bass mit „Amazing Grace“. „Sailing“ von Rod Stewart wird zum Gospel, das ist in Ordnung, dem Publikum gefällt es.

Viel Applaus gibt es nach den zwei Stunden, einige CDs werden gekauft. Beim Hören des Tonträgers wird übrigens klar, wie die dargebotene Musik wirklich klingt, die Aufnahmen sind exzellent. Die „Gregorian Voices“ sind mehr als acht Sänger, die als Mönchformation auftreten, nach Dorsten haben sie definitiv nicht ihre erste Garde entsandt. 

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